AGCO behauptet sich in schwierigem Marktumfeld

Prof. Martin Richenhagen
Trotz einer anhaltend niedrigen Investitionsbereitschaft der Landwirte in seinen Kernmärkten konnte der Landtechnikhersteller AGCO das Geschäftsjahr 2016 ohne größere Erlöseinbußen abschließen. Wie der Konzern mitteilte, sank der Umsatz im Vorjahresvergleich um 0,8 % auf 7,411 Mrd $ (6,918 Mrd Euro) ohne Berücksichtigung von Währungsverlusten. Der Bruttogewinn erreichte 1,516 Mrd $ (1,415 Mrd Euro); das waren 2,9 % weniger als im Vorjahr. Beim Nettogewinn musste AGCO allerdings einen Einbruch hinnehmen, und zwar von fast 40 % auf 160,1 Mio $ (149,5 Mio Euro).

Die Nachfrage habe sich im Vorjahresvergleich überregional weiter abgeschwächt, berichtete der AGCO-Vorstandsvorsitzende Prof. Martin Richenhagen. Dank der soliden operativen Abwicklung hätten aber auch unter erschwerten Bedingungen die gesteckten finanziellen Ziele übertroffen und der Konzern gut für das weitere Wachstum positioniert werden können.

Richenhagen geht allerdings davon aus, dass sich die Nachfrage auch 2017 weiter „am unteren Ende des Landtechnikzyklus“ bewegen wird. Im vierten Quartal konnte AGCO gegenüber dem Vorjahr währungsbereinigt seine Erlöse um 6,9 % auf 2,094 Mrd $ (1,955 Mrd Euro) steigern. Der Bruttogewinn legte um 5,8 % auf 420,3 Mio $ (392,4 Mio Euro) zu, während der Nettogewinn mit 61,2 Mio $ (57,1 Mio Euro) praktisch unverändert blieb.

Mehr Erntemaschinen in Südamerika verkauft

Spürbar weniger Maschinen als noch 2015 verkaufte AGCO im vergangenen Geschäftsjahr in Nordamerika. Wie aus dem Firmenbericht hervorgeht, ließen sich insbesondere Maschinen für Reihenkulturen, die Heuproduktion und im Hochleistungstraktorsegment schlechter absetzen.

Insgesamt habe sich der Verkauf von Schleppern im Vorjahresvergleich um 10 % und von Mähdreschern sogar um 21 % abgeschwächt. In der Folge sank der regionale Umsatz dort zu konstanten Wechselkursen um 8,0 % auf 1,808 Mrd $ (1,688 Mrd Euro).

Auch in Südamerika verzeichnete AGCO einen Rückgang der Erlöse, nämlich um 3,3 % auf 918 Mio $ (857 Mio Euro), wobei sich dort die Industrienachfrage dem Firmenbericht zufolge im Jahresverlauf wieder stabilisiert hat. Dazu hätten auch die stabileren politischen Verhältnisse in Brasilien zusammen mit einer „unterstützenden Agrarpolitik“ in Argentinien beigetragen. Der Absatz fiel zweigeteilt aus, mit einem Verkaufsrückgang von 6 % im Traktorsegment, dem ein Absatzanstieg um 14 % bei Erntemaschinen gegenüberstand.

Mehr Kleintraktoren in China hergestellt

Im umsatzstärksten Markt Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EAME) konnte AGCO seine Erlöse hingegen um 1,3 % auf 4,206 Mrd $ (3,926 Mrd Euro) ausbauen. Geringere Verkäufe an die Landwirte in Frankreich und Deutschland hätten durch ein moderates Wachstum in Skandinavien und Finnland sowie in Großbritannien abgefedert werden können. Der Umsatzzuwachs sei aber auch durch Akquisitionen gestützt worden.

In Westeuropa verkaufte der US-Landtechnikhersteller im vergangenen Jahr insgesamt 4 % weniger Traktoren und 14 % weniger Mähdrescher als noch 2015. Mit fast 20 % deutlich verbessert hat sich der Umsatz in der Region Asien/Pazifik, die aber mit 479,3 Mio $ (447 Mio Euro) noch einen vergleichsweise kleinen Stellenwert einnimmt. Die Herstellung kleiner Traktoren in China sei ausgebaut worden; außerdem hätten die Verkäufe dort in allen Regionen gesteigert werden können.

Konstanter Jahresumsatz erwartet

Unter den Restrukturierungsausgaben entfielen bei AGCO im vergangenen Jahr 13,3 Mio $ (12,4 Mio Euro) auf Abfindungen zur weiteren Rationalisierung in Europa, China, Südamerika und den USA. Damit verbunden gewesen sei die Kündigung von rund 650 Angestellten.

Angesichts der wirtschaftlichen Herausforderungen kündigte das Unternehmen an, sich im laufenden Geschäftsjahr weiter auf die Reduzierung der Kosten zu konzentrieren, die auch mit der Globalisierung der Prozesse einhergehe. Gleichzeitig sollten langfristige Investitionen die Effizienz der Fabriken verbessern. Es wird für dieses Jahr ein Nettoumsatz von 7,4 Mrd $ (6,9 Mrd Euro) erwartet.

Langfristig rechnet Richenhagen mit einem Aufschwung in der Branche. Für Aufwind werden aus seiner Sicht vor allem der weltweite Nachfrageanstieg nach Rohstoffen und ein wachsender Verbrauch von Proteinen und Biokraftstoff sorgen. Das werde die Einkommen der Betriebe wieder nach oben bringen und damit einhergehend auch für eine Industriebelebung sorgen.

Quelle: top agrar Online

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