Mäuseplage: Bauern fordern Entschädigung

Im Weinviertel haben Mäuse bereits bei Getreide, Mais, Soja und Kartoffeln große Schäden angerichtet. Auch Marillen und Wein werden schon angefressen. Die betroffenen Bauern fordern jetzt Hilfemaßnahmen.

Die Mäuse fressen derzeit alles, was sie auf den Feldern finden können. (Bildquelle: pixabay)

Über 100 Betriebe und 3000 ha sind von der Mäuseplage im östlichen Weinviertel betroffen. Das hat die EGZ Zistersdorf in einer internen Erhebung festgestellt. Die Ausfälle sind je nach Standort und Kultur unterschiedlich. Insgesamt sollen es 10 bis 70% sein werden. Manche Landwirte berichten von Totalausfällen.

Die EGZ Zistersdorf fordert jetzt Entschädigungen für die betroffenen Bauern aus den Katastrophenfonds. Dazu gibt es bereits Gespräche, berichtet Manfred Zörnpfenning, Obmann der BBK Gänserndorf. Er sieht aber wenig Chance, dass die Bauern etwas bekommen, denn viele Flächen sind abgeerntet und gegrubbert. Jetzt könne man nur schwer dokumentieren, wie hoch die Schäden tatsächlich sind. Eine Versicherung über die Hagelversicherung soll es im nächsten Jahr geben, so Zörnpfenning.

Was Landwirte jetzt tun können, hat die LK NÖ auf ihrer Homepage zusammengefasst:

Boden bearbeiten

Tiefe Bodenbearbeitung wirkt reduzierend, da die Mäusegänge zerstört werden. Dies kann - muss aber nicht zwangsläufig der Pflug sein, sondern kann auch mit Grubber oder Tiefenlockerer gemacht werden. Tiefe Bodenbearbeitung in kürzeren Zeitabständen verringert zudem die Gefahr, dass sich Mäuse wieder neu einnisten.

Strohnester vermeiden

Eine erste wichtige Maßnahme ist, das Stroh gleichmäßig zu verteilen. Unter den Strohnestern finden Mäuse eine ideale Deckung.

Stoppeln kurz halten

Kurze Stoppeln bieten weniger Deckung für Mäuse und können durch Beutegreifer besser gefangen werden. Daher kann ein Nachhäckseln von langen Stoppeln sinnvoll sein. Eine bessere Strohverteilung kann damit ebenfalls erreicht werden.

Begrünungsmanagement

Sofern aus Gründen des Erosionsschutzes nichts entgegenspricht (z.B. auf sehr ebenen Flächen), kann auf stark mausbesiedelten Flächen eine Begrünungsvariante mit Herbstackerung ins Auge gefasst werden.

Großflächig würde nur ein Starkregen helfen, der die Mäusebauten ausschwemmt. Auch ein Virus könnte die Population natürlich reduzieren.

Auch Niedersachsen kämpft mit Mäuseproblem

Über Schäden von erheblichem Ausmaß durch Mäuse berichtet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Fachleute beziffern die Verluste mit drei Euro pro Maus, wenn aus dem Gras Silage als Rinderfutter gewonnen werden soll. Die Schäden entstehen insbesondere durch den unterirdischen Fraß der Tiere, der die Grasnarbe zerstört und die oberirdische Blattmasse absterben lässt. Dadurch leiden Hygiene und Qualität des Futters. Wo kein Gras mehr wächst, siedeln sich Unkräuter an, und schnell können sich minderwertige Weiden entwickeln.

Die Landwirtschaftskammer rät betroffenen Landwirten, Sitzstangen für Greifvögel aufzustellen und damit die natürlichen Fressfeinde der Mäuse zu fördern. Auch Fallen und unterirdisch verlegte Giftköder – Letzteres setzt einen Sachkundenachweis voraus – können zur Eindämmung der Plage beitragen. Im Allgemeinen hilft auch eine intensive Nutzung des Grünlandes, z. B. durch weidende Kühe. Das stört die Mäuse und vertreibt sie. Angesichts des trockenheitsbedingt geringen Aufwuchses ist diese Möglichkeit derzeit aber eher unrealistisch.

Artikel geschrieben von

Beate Kraml

Redaktion

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