Maiswurzelbohrer bereits sehr aktiv

Ungewöhnlich früh wurden heuer in Niederösterreich Lagerschäden durch die Maiswurzelbohrer-Larven festgestellt. Zudem drohen Befruchtungsschäden durch abgefressene Narbenfäden.

Lagerschäden bei Mais durch die Larven des Maiswurzelbohrers. (Bildquelle: Kraml)

Betroffen sind vor allem mehrjährige Maisflächen im Zentralraum St. Pölten und südlich der Donau im Bezirk Tulln. Der heiße und trockene Juni hat die die Aktivität des Schädlings stark erhöht. Auch ist der Mais heuer aufgrund der Trockenheit weniger vital als im Vorjahr. Im Jahr 2018 war der Juni im Gegensatz zum Jahr 2019 sehr regenreich.

In feuchteren Jahren kann die Maispflanze Wurzelverluste durch den Maiswurzelbohrer leichter wegstecken als in trockenen Jahren wie 2019. Auch die Käfer sind heuer bereits sehr aktiv. Die Hauptflugzeit erstreckt sich von Anfang Juli bis September. Der Käferflug endet mit den ersten Frösten im Oktober.

Maisbestände vor und zur Blüte kontrollieren

Nun sind vor allem in den mehrjährigen Maisflächen auch bereits sehr viele Käfer unterwegs. Da die Maisblüte vielerorts erst jetzt oder in den nächsten Tagen beginnt kann es daher zu Befruchtungsschäden durch abgefressene Narbenfäden kommen.

Daher sollte in den obengenannten Gebieten in mehrjährigen Maisflächen darauf geachtet werden, ob bei Beginn der Blüte die Narbenfäden von den Käfern stark abgefressen werden. Die einzige Möglichkeit dies zu verhindern ist eine Insektizid Spritzung möglichst zu Blühbeginn. Zugelassen dafür sind die Produkte Biscaya, Mospilan 20 SG, beziehungsweise etwaige Paralellzulassungen. Eine Spritzung ist natürlich nur mit entsprechender technischer Ausrüstung möglich.

Ohne Fruchtfolge geht es nicht

Hohe Käferpopulationen hat es in diesen Gebieten bereits auch in den Vorjahren gegeben. Im Unterschied zu heuer ist der überwiegende Teil der Käfer aber erst zum Ende der Blüte oder danach geschlüpft und daher gab es praktisch keine Befruchtungsschäden.

Die heurigen Erfahrungen zeigen eindeutig, dass die Maiswurzelbohrerpopulation in den maisintensiven Gebieten weiter stark ansteigt, und der Schädling ohne Fruchtfolge nicht unter Kontrolle zu bringen sein wird. Zumindest bei mehrjährigen Maisflächen sind trotz Bekämpfung erhebliche wirtschaftliche Schäden zu befürchten, dies müsse bei der Anbauplanung unbedingt berücksichtigt werden.

Artikel geschrieben von

Beate Kraml

Redaktion

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