Neue Saatgutverordnung

Paradeiser-Kaiser: "Ich kann Columbus nicht zum Burgenländer machen"

Rebellion und Widerstand gegen die neue Saatgutverordnung der EU kündigt heute Tomatenproduzent Erich Stekovics gegenüber den Salzburger Nachrichten an. Die neue Verordnung würde eine massive Einschränkung der Sortenvielfalt bedeuten, so der bekannte Gemüsebauer aus Frauenkirchen im Burgenland.

Das Lachen ist Erich Stekovics angesichts der aufkommenden Gewitterwolken am Saatguthimmel inzwischen vergangen. Foto: Spar Österreich (Bildquelle: )

"Wir werden uns von Europa nicht den Hahn abdrehen lassen, es ist die Pflicht des Bürgers, Widerstand zu leisten, wenn ein Gesetz Unsinn ist, so Stekovics, der über 3.000 Paradeiser-Sorten auf seinem Betrieb kultiviert.

So dürften nach der Verordnung alle Obst-, Gemüse- und Getreidesorten erst nach aufwändigen technischen Testverfahren weitergegeben werden, moniert Stekovics. Mit dem bürokratischen Aufwand hätte ich zehn Jahre zu tun." Pro Sorte würden zudem 1.000 € Kosten anfallen. Das würde bei ihm über 3 Mio. € ausmachen. Außerdem müssten die Sorten bestimmte Fähigkeiten aufweisen, die er mit seinen traditionellen Sorten gar nicht erfüllen könne. Dazu gehöre z.B., dass sie sich im Schnitt nur um max. 5 mm in der Größe unterscheiden dürften.

Weiters müsse der Produzent beweisen, dass die Sorten schon immer in der Region angebaut worden seien. Dazu Stekovics trockener Kommentar: Paradeiser sind von Columbus in Amerika entdeckt und nach Europa gebracht worden. Ich kann Columbus nicht zum Burgenländer machen."

Und noch ein weiterer Punkt in dem geplanten Entwurf nervt den Gemüsebauer: Hersteller mit mehr als zehn Mitarbeitern und mehr als zwei Mio. € Umsatz dürften nur mehr ab Hof mit der Bezeichnung Nischenprodukte" verkaufen.

Wenn diese Pläne umgesetzt würden, könne er seinen Betrieb bald zusperren, heißt es weiter in der SN. Ihm als glühenden Verfechter der EU tue es sehr weh, so schlecht über Europa reden zu müssen.

Artikel geschrieben von

Torsten Altmann

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