„Viele haben nichts verdient, sondern sogar Geld draufgelegt!“

Der Rübenbauernbund für Niederösterreich und Wien hielt seine Generalversammlung ab. Dabei wurde ein Rückgang der Anbaufläche um 20 % sowie die verkorkste Debatte um die Pflanzenschutzmittel beklagt. Falls die Politik nicht gegensteuere und die nötigen Werkzeuge zur Verfügung stellt, wird die Zuckerrübe aus der Fruchtfolge verschwinden.

Bei der Generalversammlung der Rübenbauern erneuerte Ernst Karpfinger seine Kritik an den Folgen der von den NGOs beeinflussten Pflanzenschutzdebatte. (Bildquelle: Altmann)

Der Präsident der rund 4.600 Mitgliedern, Ernst Karpfinger, skizzierte das Katastrophenjahr 2018 mit drastischen Worten: „Ein mehr als halbierter Zuckerpreis, das Verbot des wichtigsten Insektizids in der Saatgutpillierung, sommerliche Temperaturen bereits nach dem Anbau, welche die Ausbreitung von Schadinsekten förderten, und ausbleibende Niederschläge in den Sommermonaten haben die Stimmung unter den Rübenbauern massiv negativ beeinflusst."

„Viele Rübenbauern haben im vergangenen Jahr nichts verdient, sondern sogar Geld zur Produktion draufgelegt“, so Karpfinger. Viele Bauern wenden sich daher vom Rübenanbau ab, die heurige Anbaufläche ist um 20% zurückgegangen.

Pflanzenschutz-Debatte beflügelt Ausstieg

Wie schon beim BRAMBURI/top agrar-Fachabend erneute der Rübenbauern-Chef seine Kritik: „Das Totalverbot der Neonicotinoide im Freiland war ein großer Fehler. Die Rübe wurde dabei Opfer des Populismus.“

Die Angstmache von immer mächtiger werdenden NGOs erhöhte den Druck auf die Politik. Es liege nun an der Politik, ob sie ausschließlich solchen Organisationen Gehör schenken oder die Diskussion wieder auf eine fachlich und wissenschaftlich fundierte Basis zurückführen wolle.

Politik muss handeln

Wenn für die Spezialkultur Zuckerrübe die speziellen Produktionsmittel, die als Werkzeuge für eine erfolgreiche Erzeugung nötig sind, nicht mehr zur Verfügung stehen, „werde die Zuckerrübe aus den österreichischen Fruchtfolgen verschwinden“, zeigte Karpfinger die dramatsichen Folgen auf.

Der im Land benötigte Zucker würde dann aus Ländern mit fragwürdigen Produktionsbedingungen, die weder unseren Sozial- noch Umweltstandards annähernd gerecht werden, kommen.

Artikel geschrieben von

Leopold Th. Spanring

Redakteur

Schreiben Sie Leopold Th. Spanring eine Nachricht

Anbau 2019: Rekordtief bei Weichweizen, Sommergerste und Zuckerrüben

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen