Wintergerste mit Flächenrekord

Während der Anbau von Wintergerste 2019 deutlich zugenommen hat, rauschen die Anbauflächen von Sommergerste und auch Winterweizen in ein Rekordtief. Dafür punkten andere Kulturen, die den hohen Temperaturen besser gewachsen sind.

Weniger Sommerbraugerste, dafür mehr Winterbraugerste bauten heimische Landwirte heuer an. (Bildquelle: top agrar)

Aufgrund der immer häufiger auftretenden Trockenheitsphasen und wegen preislicher Aspekte hat es zahlreiche Verschiebungen in der Anbaufläche der Kulturen mit einigen neuen Rekorden gegeben.

So ist die Fläche von Wintergeste um knapp 10% auf ein Allzeithoch von über 100.000 ha (+8.876 ha gegenüber 2018) angewachsen. Denn trotz trockener Zeiträume profitierte auch heuer die Wintergerste von der Winterfeuchtigkeit sowie der frühesten Abreife aller Getreidearten und lieferte gute Erträge. "Die Wintergerste ist die ertragstreueste Kultur geworden und die Landwirte brauchen verlässliche Erträge, um gut wirtschaften zu können", betonte Franz Windisch, Verwaltungsratsvorsitzender der AMA.

Sei früher nur ein Anteil von 10 bis 20% Winterbraugerste für die Vermälzung möglich gewesen, belaufe sich dieser laut Windisch aufgrund verbesserter "innerer Qualitäten" der aktuellen Sorten auf mittlerweile fast 50%.

Minus 23,4% bei Sommergerste

Einen Negativrekord gab es dagegen bei Sommergerste mit einem Flächenrückgang von 10.909 ha beziehungsweise 23,4% auf einen neuen historischen Tiefstand aufgrund geringer Hektarerträge und unzureichender Braugerstenqualität in den Vorjahren.

Ein Flächenanstieg von mehr als 9.000 ha beziehungsweise 4,8% gegenüber 2018 wurde für Körnermais (inkl. Corn-Cob-Mix) registriert. Auch dieser Kultur - die mit heißen Temperaturen gut umgehen kann, wenn es zum richtigen Zeitpunkt regnet - kommt eine lange Vegetationsdauer zugute. "Für heuer sieht es bei Mais so aus, als ob es ein zufriedenstellendes Ergebnis werden könnte", sagte Griesmayr.

Soja: Bereits die viertgrößte Kultur

Die Sojabohnenfläche legte heuer im mehrjährigen Aufwärtstrend um 1.584 ha (+2,3%) weiter zu und ist hierzulande bereits die viertgrößte Kultur auf den Äckern. Mit rund 69.000 ha ist Österreich nach Italien, Rumänien, Frankreich und Kroatien der fünftgrößte Sojaproduzent aller 28 EU-Mitgliedstaaten, teilte Griesmayr mit.

Tief bei Winterweizen, Zuckerrüben und Raps

Auch für Winterweizen, der hierzulande bedeutendsten Getreidekultur, wurde mangels preislicher Attraktivität ein Flächen-Rekordtief mit -10.011 ha oder -3,9% gegenüber 2018 verzeichnet. Ähnlich ist die Situation für Hartweizen, wo sinkende Erzeugerpreise ein Flächenminus von rund 5.202 ha (-23,7% gegenüber 2018) bedingten.

Die Fläche mit Zuckerrüben ist heuer wegen des massiven Auftretens des Derbrüsslers sowie der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erneut deutlich um 3.540 ha geschrumpft.

Die Erzeugung von Ölraps ist heuer auf ein Allzeittief mit einem Flächenrückgang um 4.561 ha (-11,3%) und damit dem geringsten Ausmaß seit 13 Jahren gesunken. Hier machen ein steigender Schädlingsdruck sowie niedrige Preise den Landwirten zu schaffen.

Die Sonnenblumenfläche bleibt mit einem kleinen Minus (-250 ha) auf Vorjahresniveau, während die Fläche bei Öl- und Speisekürbis geringfügig ausgeweitet (+1.839 ha) wurde.

Artikel geschrieben von

Beate Kraml

Redaktion

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