"Waldbesitzer brauchen ein Sofortmaßnahmenpaket!"

Angesichts der dramatischen Schadholzsituation in den heimischen Wäldern - besonders im Wald- und Mühlviertel - fordert der Präsident der Landwirtschaftskammer (LK) Österreich, Josef Moosbrugger, jetzt ein Sofortmaßnahmenpaket.

Von Schneebruch bis Borkenkäfer: Der Anteil an Schadholz ist heuer wieder extrem hoch. (Bildquelle: Kraml)

"Hitze und Trockenheit als Folge des Klimawandels setzen alle Baumarten in unseren Wäldern unter enormen Klimastress und verursachen dramatische Schäden. Wir müssen daher die Waldbesitzer bei der raschen Schadholzbeseitigung, aber auch bei der Pflege und dem Aufbau klimafitter Waldbestände mit öffentlichen Mitteln unterstützen. Der Wald ist unsere Klimaanlage der Zukunft. Wir müssen heute für die nächsten Generationen investieren", mahnt Moosbrugger.

Extreme Schäden durch Borkenkäfer und Co.

Bereits im Jahr 2018 wurde in Österreichs Wäldern mit knapp 10 Mio. Festmeter (fm) eine extrem hohe Menge an Schadholz verzeichnet, davon entfielen 4,3 Mio. fm auf Schäden durch Borkenkäfer und rund 5 Mio. fm auf Sturm-, Eis- sowie Schneeschäden. Heuer ist die Situation laut Experten durch Hitze, Trockenheit und Borkenkäfer-Massenvermehrung ähnlich dramatisch. "Im oberösterreichischen Mühlviertel und im niederösterreichischen Waldviertel ist die Lage existenzbedrohend für die Waldbesitzer. Daher sind alle Anstrengungen zu unternehmen, um die Situation zu entschärfen", gibt Moosbrugger zu bedenken.

Bäume schnell aus Wälder abtransportieren

Die Landwirtschaftskammer habe in Gesprächen mit der Regierung beziehungsweise dem Agrarressort auf die Notwendigkeit, rasch ein Sofortmaßnahmenpaket zu schnüren, hingewiesen, so Moosbrugger. Dieses Paket solle vor allem kurzfristig wirksame Maßnahmen enthalten. Es gehe um Hilfe bei der Schadholzaufarbeitung, damit die befallenen Bäume möglichst schnell aus dem Wald abtransportiert werden können. Vor allem aber brauche es Unterstützung für die jetzt dringend notwendigen Pflege- und Aufforstungsmaßnahmen.

Appell an Sägeindustrie, heimisches Holz zu kaufen

"Wir müssen unsere Waldbesitzer dabei unterstützen, standortangepasste, arten- und strukturreiche Mischbestände mit klimafitten Arten wie Douglasie, Tanne oder Roteiche zu schaffen. Aus den dramatisch gesunkenen Holzerlösen können diese Maßnahmen nicht mehr finanziert werden. Die vom Klimawandel besonders betroffenen Familienbetriebe brauchen daher dringend Hilfe, unter anderem in Form von steuerlichen Entlastungen", erklärt Moosbrugger. Er appelliert auch an die heimische Sägeindustrie, in dieser schwierigen Situation ihre Handschlagqualität gegenüber den Waldbesitzern unter Beweis zu stellen und mehr auf österreichisches Rundholz zu setzen.

CO2-Bonus für Holz beim Hausbau

Neben den Sofortmaßnahmen müssten aber auch verstärkt im Inland Akzente in Richtung Klimaschutz gesetzt werden, fordert der LK-Präsident. "Wir müssen endlich raus aus dem Öl und erneuerbare Rohstoffe noch mehr forcieren. Die Holzverwendung im Hausbau muss mehr belohnt werden - etwa in Form eines CO2-Bonus", so Moosbrugger. Auch Bioenergie müsse konsequent ausgebaut werden. Es sei für ihn "unfassbar, dass derzeit ein großes Holzkraftwerk in Wien stillsteht". Auch die Forschung in diesem Bereich solle weiter intensiviert werden. Von der kommenden Bundesregierung erwarte er sich ein "Zukunftspaket", in dem die genannten Maßnahmen enthalten sein sollen.

"Die Situation in den österreichischen Borkenkäfer-Schadgebieten ist sehr ernst. Könnten Bäume weglaufen, so kämen allein aus den betroffenen Regionen rund 300 Mio. Klimaflüchtlinge. Daher brauchen wir dringend dieses Sofortmaßnahmenpaket, aber auch mittel- und langfristige Maßnahmen, um unsere Wälder klimafit zu machen", betont der LK-Präsident.

Artikel geschrieben von

Beate Kraml

Redaktion

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