Handelsverband gegen Steuererhöhung bei Fleisch

Eindeutig gegen eine Anhebung der Mehrwertsteuer auf Fleisch und gegen jede neue Form der Besteuerung von Grundnahrungsmitteln positionierte sich Österreichs Handelsverband vergangene Woche.

In Österreich werden Nahrungsmittel mit dem ermäßigten Umsatzsteuersatz von 10 % statt der regulären 20 % besteuert. (Bildquelle: pixabay)

Die in Deutschland aufgekommene Forderung nach einer Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes für Fleisch hat auch in Österreich eine Diskussion über einen solchen Schritt ausgelöst. Hierzulande werden Nahrungsmittel mit dem ermäßigten Umsatzsteuersatz von 10 % statt der regulären 20 % besteuert. Österreichs Handelsverband ist aber gegen eine Anhebung der Mehrwertsteuer auf Fleisch und jede neue Form der Besteuerung von Grundnahrungsmitteln.

Herkunftskennzeichnung in Gastronomie gefordert

„Mit höheren Preisen auf heimisches Fleisch werden wir weder das Tierleid lindern, noch das Klima retten“, erklärte Verbands-Geschäftsführer Rainer Will. Vielmehr würde eine solche Steuererhöhung untere Einkommensschichten zwingen, noch stärker auf Billiglebensmittel aus dem Ausland zurückzugreifen. Will sprach sich stattdessen für eine Stärkung der kleinstrukturierten österreichischen Landwirtschaft aus. Sinnvoll wären seiner Ansicht nach eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln in der Gastronomie sowie hohe Qualitätsstandards und Obergrenzen für Importfleisch. Ein unregulierter Freihandel - beispielsweise mit den Mercosur-Staaten - werde hingegen den europäischen Markt mit 100 000 t an Rindfleisch und weiteren Agrarrohstoffen überschwemmen. Das sei eine Gefahr für die österreichische Rinderhaltung.

Fleisch aus dem Ausland schädlich für Klima

Der Geschäftsführer machte deutlich, dass die Art und Weise der Fleischerzeugung sowie die Länge der Transportwege klimaentscheidend seien. So sei importiertes Billigfleisch aus Brasilien oder den USA viel schädlicher für das Klima als heimisches Qualitätsfleisch aus biologischer Produktion. Die Produktion eines Kilogramms Rindfleisch hinterlasse in der Europäischen Union einen CO2-Fußabdruck von durchschnittlich 22 kg. Rindfleisch aus Brasilien komme hingegen auf 80 kg, wobei hier der Transport noch gar nicht einberechnet sei. Dass Steuererhöhungen bei Grundnahrungsmitteln als lenkungspolitische Maßnahme fruchtlos seien, hätten bereits die Fett- und Zuckersteuer in Ungarn gezeigt, so Will. Trotz dieser Steuern habe sich das Kaufverhalten der ungarischen Bevölkerung nicht geändert. AgE

Artikel geschrieben von

Beate Kraml

Redaktion

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