MGN: Vorerst noch keine Maßnahmen zur Milchmengen-Begrenzung

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Um etwas zur Mengenreduktion beizutragen, sollten die MGN-Lieferanten ihre Kälber mit Vollmilch füttern, rät MGN- Obmann Johann Krendl. Foto: Weninger

Vorerst führt die Milchliefergenossenschaft Niederösterreich (MGN) keine mengenbegrenzenden Maßnahmen durch. Sollte es jedoch noch zu weiteren massiven Mehrmengen kommen, so seien "einzelbetriebliche Maßnahmen erforderlich". Das erklärten Vorstand und Aufsichtsrat der MGN, welche die NÖM-Lieferanten vertritt.

Derzeit liegt man bei der NÖM rund 8 % über der Vorjahres-Anlieferungsmenge, erklärt MGN-GF Leopold Gruber-Doberer gegenüber top agrar Österreich. Mengensteuerungs-Maßnahmen hätten aus Sicht der MGN "nur dann einen Sinn, wenn diese gesamteuropäisch wirken".

Mengenkorridor von 1,5 %

Nach aktueller Situation gelte vorerst weiterhin das bestehende Modell der vertraglich festgelegten Jahresmilchmenge, heißt es von Seiten der MGN. Diese hat - so wie in den vergangenen Jahren - mit der NÖM AG eine Jahresmilchmenge vertraglich fixiert, welche auf Monatsmilchmengen aufgeteilt wird. Für das Kalenderjahr 2016 wurden mit der NÖM rund 388 Mio. kg Milch sowie ein Mengenkorridor von 1,5%, fixiert.

Daraus errechnet sich eine maximale Gesamtmenge von 393,8 Mio. kg. Dies ist ein Plus von 10 Mio. kg gegenüber der tatsächlich angelieferten Menge des Jahres 2015. Als Preisvereinbarung für das Jahr 2016 wurde der Durchschnitt des Milchauszahlungspreises der vier größten Molkereiunternehmen in Österreich fixiert. Diese Berechnungsbasis gilt auch für die Biomilch als Grundlage.

Für die vereinbarte Menge von 393,8 Mio. kg trägt die NÖM die wirtschaftliche Verwertungsverantwortung. Für die über dieser Vereinbarung liegende Menge trägt die MGN das wirtschaftliche Risiko. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres lag die angelieferte Milchmenge um 1,5% über der vertraglich fixierten Menge (inklusive 1,5% Korridormenge). Die daraus resultierenden Aufwendungen werden derzeit gemeinsam von allen MGN-Bauern getragen, da der Aufwand dafür noch überschaubar erscheint.

Mengensteuerungsmaßnahmen europaweit setzen

Vorstand und Aufsichtsrat der MGN haben mehrheitlich festgelegt, dass man die Entwicklung in den nächsten Monaten genau beobachten wolle. Sollte es noch zu weiteren massiven Mehrmengen kommen, so seien "einzelbetriebliche Maßnahmen erforderlich", hieß es. Wie diese aussehen werden, soll dann, wenn es notwendig ist, in einer weiteren Sitzung beschlossen werden. Grundsätzlich wird festgehalten, "dass die Vermarktungssituation in jeder Genossenschaft unterschiedlich ist und daher auch Maßnahmen in unterschiedlicher Schärfe erforderlich sind".

Generell wurde in der Sitzung festgestellt, "dass Österreich einen Mengenanteil in der EU von 2% hat und unsere Milchbauern eine der kleinsten Strukturen innerhalb der europäischen Milchbauern haben." Mengensteuerungsmaßnahmen hätten daher "nur dann einen Sinn, wenn diese gesamteuropäisch wirken". Bemühungen, europaweit eine Mengenvereinbarung zu erreichen, seien "grundsätzlich positiv und zu unterstützen".

Jeder Lieferant kann einen Beitrag leisten

Nachdem zirka 50% der in Österreich erzeugten Milchmenge am europäischen Markt verkauft werden, sei ein preisliches Abkoppeln vom europäischen Preisniveau nicht möglich. Um die Situation nicht noch weiter zu verschärfen, könne jeder einzelne Lieferant seinen Beitrag zur Entschärfung der Lage leisten. So sollten etwa Kälber mit Vollmilch gefüttert werden anstatt einen Milchaustauscher einzusetzen, stellen MGN- Obmann Johann Krendl und Geschäftsführer Leopold Gruber-Doberer in einem Schreiben an die Lieferanten fest.

Schlagworte

MGN, Maßnahmen, NÖM, Vorerst, 1, 5, erforderlich, Menge, Gruber, Doberer

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