Österreichs Hühnerfleisch ab heute Gentechnik-frei

Masthuehner
Ein Großteil der heimischen Masthuhn- und Putenzüchter haben auf kontrolliert Gentechnik-freie Fütterung umgestellt.

Nachdem im Jahr 2010 bereits die komplette österreichische Milchwirtschaft und die komplette Frischeier-Produktion auf kontrollierte Gentechnik-freie Fütterung umgestiegen sind, folgt jetzt ein weiterer wichtiger Sektor: Mit dem heutigen Tag ist erstmals österreichisches Hühnerfleisch aus kontrolliert Gentechnik-freier Produktion in den Regalen des Lebensmittelhandels bei Hofer, REWE Group, SPAR, Zielpunkt zu finden.

In den nächsten Wochen wird Hühnerfleisch aus österreichischer Produktion bei den angeführten Lebensmittelhändlern vollständig auf Gentechnik-Freiheit umgestellt, Putenfleisch folgt danach.
 
Für die konventionelle Landwirtschaft bedeutet dies laut ARGE Gentechnik-frei einen gewichtigen Qualitäts-Schritt: Damit werden rund 80.000 Tonnen potenziell mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) belasteter Soja durch kontrolliert Gentechnik-freie Ware ersetzt. Konsumenten erkennen die Gentechnik-freie Ware am grünen Kontrollzeichen "Ohne Gentechnik hergestellt". Nur österreichische Ware bzw. Bio-Produkte können diesen besonderen Qualitätsstandard bieten.
 
Gentechnik-freie Fütterung soll bei Mastgeflügel Branchenstandard werden
 
Seit Anfang Jänner 2012 wird bei den größten Geflügelbetrieben, die rund 90% des heimischen Mastgeflügelmarktes abdecken – Hubers Landhendl in Oberösterreich, Steirerhuhn-Lugitsch und Titz in der Steiermark sowie Wech in Kärnten - Gentechnik-frei gefüttert. Damit kommt sechs bis acht Wochen nach Beginn der Fütterung das erste Hühnerfleisch mit der Qualitätsbezeichnung "Ohne Gentechnik hergestellt" auf den Markt. Aufgrund der Größe und Marktrelevanz der beteiligten Lebensmittelhändler und Betriebe kann davon ausgegangen werden, dass in kürzester Zeit die gesamte Branche folgen wird. Im ersten Schritt werden Frisch-geflügelfleisch und zerlegte Ware ausgelobt. Für verarbeitete Ware (z.B. Wurst) und Importware wird noch an Lösungen gearbeitet.
 
Österreich: Bei Gentechnik-Freiheit führend in Europa

 
"In Österreich sind keinerlei gentechnisch veränderte Lebensmittel am Markt. Allerdings: Im Bereich der Futtermittel aus konventioneller Produktion muss, aufgrund der Angebotslage auf den Weltmärkten, mit gentechnisch veränderter Soja gerechnet werden. In Österreich handelt es sich dabei um ein Importvolumen von rund 600.000 Tonnen, zumeist aus Südamerika. Rund 400.000 Tonnen davon gehen in die Schweinezucht und -mast, rund 75.000 Tonnen in die Mastrinderfütterung, rund 45.000 Tonnen in die Legehennenfütterung und rund 80.000 Tonnen in die Geflügelmast. Einige Anteile - wie z.B. der Sojabedarf für die komplette heimische Legehennenfütterung - konnte bereits in den letzten Jahren auf kontrolliert Gentechnik-freie Ware umgestellt werden. Wenn es nun gelingt, die 80.000 Tonnen Soja für die Mastgeflügelzüchtung ebenfalls mit kontrolliert Gentechnik-freier Ware zu ersetzen, ist dies ein gewaltiger Erfolg und ein wichtiges Signal", erklärt Markus Schörpf, Obmann der ARGE Gentechnik-frei. "Wir danken allen involvierten Unternehmen - von den Futtermittelbetrieben über die Aufzucht- und Schlachtbetriebe bis zum Lebensmittelhandel - für die großen gemeinsamen Anstrengungen zur Erreichung dieses Meilensteins."
 
Die ARGE Gentechnik-frei (www.gentechnikfrei.at) ist eine europaweit einzigartige Plattform aus Lebensmittelherstellern, Lebensmittelhandel, Bauernverbänden, Umwelt- und Konsumentenschutzorganisationen. Die Plattform ist 1997 entstanden und vergibt Europas erstes Kontrollzeichen für Gentechnik-frei erzeugte Lebensmittel. Mehr als 1.650 Produkte - von Milch und Milchprodukten über Eier, Brot- und Backwaren, Sojaprodukte, Öle, Cerealien und Getränke - führen bereits das grüne Kontrollzeichen "Ohne Gentechnik hergestellt". Voraussetzung für die Vergabe des Kontrollzeichens sind die Einhaltung der Richtlinie "Gentechnik-freie Produktion" im Österreichischen Lebensmittel-Codex sowie die regelmäßige Überprüfung  und Zertifizierung durch externe Kontrollstellen.
 

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