|
Burgstaller will "A Faire Milch" aus dem Agrarressort unterstützen |
|
Montag, 9. Februar 2009 |
Für die Bewerbung der „A Faire Milch“ sollen aus dem Salzburger Agraressort künftig jährlich mindestens 100.000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Das sagte Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller heute vor der Presse.
Von der IG Milch wurde berichtet, dass man für die Vermarktung der "fairen Milch" bisher keine Unterstützung des Agrarressorts erhalten habe. Für Burgstaller ist dies nach eigener Aussage nicht akzeptabel. Denn Geld für solche Projekte sei beim Land eigentlich eingeplant. Das Land Salzburg stelle dem Agrarressort jährlich hohe Beträge für Agrarmarketing zur Verfügung. Im Jahr 2009 sind es beispielsweise 950.000 Euro.
Für Burgstaller geht es bei der Unterstützung der "fairen Milch" um ein deutliches Signal: "Wenn Bauern sich unabhängig organisieren, um bessere Preise für ihr Produkt zu erzielen, verdient dies die Unterstützung des Landes." Neben dem Marketing will Burgstaller helfen, den Handel für eine gemeinsame Offensive zu gewinnen. Auch Salzburger Molkereien werden eingeladen, sich zu beteiligen. Burgstaller geht es darum, dass eine Allianz zwischen Bauern und Konsumenten geschmiedet wird. Ziel sind bessere Milchpreise.
Verwundert zeigt sich darüber Agrar-Landesrat Sepp Eisl: "Es wurde überhaupt noch nie ein Projekt ausgebremst. Der Verein tut sich aber schwer, Projekte zu unterstützen, die noch nie an ihn zur Förderung herangetragen wurden."
Und LK-Präsident Franz Eßl erklärt: "Ich finde es zumindest merkwürdig, wenn die Landeshauptfrau haben
will, dass Salzburger Steuergelder aus dem Salzburger
Agrar-Marketing-Topf für oberösterreichische Milch verwendet werden
sollen. Die Milch für die Marke ,A faire Milch’ kommt nämlich aus
Oberösterreich und wird in Aspach im Bezirk Braunau abgefüllt."
"10 Cent gehen nicht über Molkerei, sondern über Treuhandkonto"
Gegen die Aussagen des Landwirtschaftskammerpräsidenten, wonach mit Salzburger Steuergeld eine oberösterreichische Molkerei unterstützt werde, begegnete heute die IG Milch in einer Aussendung u.a. mit folgenden Worten: "Die 10 Cent netto, die pro Milchpackung „A faire Milch“ direkt zu den Milchbäuerinnen und -bauern fließen, geht nie den Weg über die Molkerei, sondern über ein Treuhandkonto, das einmal im Jahr an die Vertragspartner der „fairen Milch“ ausbezahlt wird.
Dabei verpflichten sich die MilcherzeugerInnen, die Quote nicht zu überliefern, gentechnikfrei zu füttern und sich beim Marketing für „A faire Milch“ zu engagieren. So konnten in den letzten Jahren mehrere hunderttausend Euro direkt an die Milchbäuerinnen und -bauern ausbezahlt werden, wovon überproportional viele im Milchland Salzburg Anteil teilnehmen. Somit ist jede Marketing-Unterstützung für den Produktionsstandort Salzburg gut investiert."
|