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Getreidepreise: Erstnotierung deutlich über Vorjahr |
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Freitag, 30. Juli 2010 |
 Knapp 40 % über den Vorjahres-Erstnotierungen liegen heuer die Preise beim Weizen. Foto: Göstl Die Erstnotierungen von Brotweizen in Österreich liegen um bis zu 36% höher als 2009. An der Wiener Produktenbörse lagen die Kassamarktpreise (Netto-Großhandels-abgabepreise ab Station) bei 179 €/t für Premiumweizen und 169 €/t für Qualitätsweizen, Mahlweizen notierte bei 159 €/t.
Die Notierungen von Mahlroggen und Futterweizen lagen um 46% sowie von Futtergerste um 26% höher als die Erstnotierungen des letzten Jahres. Für Mahlroggen lag der Kassamarktpreis bei 149 €/t, für Futtergerste bei 116 €/t und für Futterweizen bei 142,50 €/t. Dies ist für die Landwirte ein bedingter Trost, da auch hierzulande zuletzt die Ertragsaussichten der immer wieder durch Schlechtwetterfronten unterbrochenen Ernte schwanden und die Bauern im Spätdruschgebiet bei weiteren Niederschlägen um Mengen und Qualität zittern müssen.
Die nun eingeschlagenen Eckpflöcke bei den Preisen können den verunsicherten und nervösen Marktteilnehmern eine erste Orientierung geben. Allerdings, so hieß es an der Wiener Produktenbörse, gäben diese Erstnotierungen Geschäfte wieder, die schon vor den neuerlichen jüngsten Notierungssprüngen an der Pariser Euronext abgeschlossen worden sind, sodass man erst nächste Woche sehen werde, wie der heimische Kassamarkt auch darauf reagieren wird.
Wie nervös die Märkte zurzeit reagieren, zeigten diese Woche Berichte über mögliche Exportrestriktionen der globalen Spieler unter den Getreideexporteuren Russland und Ukraine. An der Pariser Warenterminbörse Euronext, dem für die EU maßgeblichen Marktplatz, sprangen die Weizennotierungen für den Liefertermin November 2010 von einem zum anderen Kontrakthoch. Am Donnerstag schloss der Pariser November-Weizenfutures nach einem kurzfristigen Kontrakthoch von 193,75 €/t letztlich bei 188 €/ t. Heute vormittag legte er ein neues Kontrakthoch von 194,50 €/t nach. Das ist ein Drittel mehr als noch zu Monatsbeginn, meldet das AIZ.
Höhenflüge am internationalen Markt
An den internationalen Märkten treiben die Ernteausfälle im Schwarzmeerraum und Russland sowie Gerüchte um Exportrestriktionen in den betroffenen Ländern die Kurse an den Terminbörsen zu neuen Höhenflügen. Der Internationale Getreiderat IGC revidierte seine globale Weizenernteschätzung 2010/11 am Donnerstag dieser Woche gegenüber dem Juni um 13 Mio. t auf 651 Mio. t hinunter und sieht nun nach Mais und Getreide insgesamt auch beim Weizen eine negative Versorgungsbilanz der Welt mit einem Bestandsabbau zum Ende des Wirtschaftsjahres um 5 Mio. t.
Auch Ungarns Weizenernte beeinträchtigt
Die Weizenernte in Ungarn sei zu mindestens 80% abgeschlossen, berichtet agrarzeitung.de. Die Erträge lägen zwischen 30 und 45 dt pro ha. Damit sind sie niedriger als im Vorjahr. 2009 lag der durchschnittliche Ertrag über 40 dt pro ha. Laut österreichischen Experten gelten die Qualitäten als sehr unterschiedlich. Die Hektolitergewichte bewegten sich, so az, zwischen 65 und 72 kg bei Futterweizen. Weizen mit 14% Protein kann auch 74 kg pro hl vorweisen. Die Proteinwerte sind in der Regel in Ordnung. Probleme gibt es aber mit Pilzen. Fusarien treten häufig auf. Die Ware kann dann oft nur noch in Biogasanlagen verwendet werden. Die ungarischen Landwirte bieten auch nur sehr verhalten an. Preisvorstellungen lägen bei EUR 140,- bis 160,- ab Station.
Damit sei in Österreich heuer aus Ungarn bisher kein Mengen- oder Preisdruck wie in den Vorjahren spürbar geworden, sagen Marktteilnehmer. Von in Ungarn tätigen Experten heißt es: "Die ungarische Getreideernte wird 2010 deutlich unter der vorjährigen liegen, die Preise steigen seit Erntebeginn an; aufgrund der Überschwemmungen fällt die Ernte von etwa 100.000 ha aus.“
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