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EU-weite Aktion: „Faire Preise für die Milchbauern!“
Mittwoch, 17. Oktober 2007
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Ab heute wirbt Faironika außer in Oesterreich auch in 12 anderen EU-Laendern fuer faire Erzeugerpreise. Ernst Halbmayr (l.) und Ewald Gruenzweil von der IG Milch stellten heute die Aktion der Presse vor. Foto: Altmann

In Österreich im letzten Jahr geboren, zieht die Idee von „Faironika“, der Kuh, die für faire Milchpreise für die Bauern steht, ab heute europaweite Kreise. In 12 europäischen Ländern sind ab heute die ersten lebensgroßen Kunstkühe in den jeweiligen Landesfarben zu sehen.

Die EU-Faironikas stehen für „Fairness bei der Milch, für faire Preise für die Milchbauern und die positiven Auswirkungen, die sich daraus für alle ergeben“, sagte heute Vorstandsmitglied Ernst Halbmayr auf einer Pressekonferenz der IG Milch.

Diese einzigartige Aktion ginge von den europäischen Milchbauern aus. Halbmayr: "Wir haben uns vor einem Jahr länderübergreifend im European Milk Board (EMB) zusammengeschlossen, um für eine faire Entlohnung unserer Arbeit zu kämpfen.“ Faironika solle jetzt die Milchbauern europaweit dabei unterstüzten. Faironika werde Verbrauchern, Journalisten, Politikern und auch Bauern zeigen, was die Milch noch alles könne: Eine Kulturlandschaft erhalten, die uns lieb und teuer sei, Arbeitsplätze sichern und den ländlichen Raum durch Wertschöpfung absichern.

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Diese Laender nehmen an der fair milk-Aktion teil, mehr dazu auch im Internet unter http://www.fairmilk.org
Wenn die Milch zu schlecht bezahlt werde, hörten immer mehr Bauern mit der Milchproduktion auf. Und dann sei nicht mehr gesichert, dass Verbraucher immer ausreichend Milch aus heimischer Erzeugung im Regal finden würden.

Das inzwischen erreichte Erzeugerpreisniveau in Österreich gebe Anlass zur Zuversicht, meinten Halbmayr und IG-Milch Obmann Ewald Grünzweil. „Die ersten Molkereien kratzen derzeit an der netto 40 Ct-Marke“, sagte Grünzweil. Doch dies bedeute noch lange nicht, dass „wir jetzt die Schilder mit den 40 Ct-Milchpreisforderungen wieder abmontieren können“.

"Ziel von netto 40 Ct noch nicht erreicht"

Grünzweil betonte noch einmal unmissverständlich, was die IG Milch unter ihrer Forderung versteht. „Es geht um 40 Ct netto bei 3,7 % F und 3,3 E ohne Landeszuschüsse übers gesamte Jahr betrachtet.“ Davon sei man trotz der aktuell gestiegenen Preise noch weit weg. Heuer liege man je nach Molkerei im Schnitt bei 30 bis 33 Ct.  

Über das seit mehr als einem Jahr laufende faire Milch-Projekt sagte Ernst Halbmayr, man habe anfangs auch nicht gewusst, ob das „Hirngespinnst“ eines fair erzeugten österreichischen Produktes aufgehen würde. Mittlerweile würden wöchentlich konstant hohe Mengen Milch (bis zu 80000 l) und seit kurzem auch Joghurt (bis zu 10000 l monatlich) über die meisten Supermarktketten an Österreichs Verbraucher abgesetzt.

„Die an dem Projekt bisher teilnehmenden rund 1000 Bauern haben im ersten Berechnungszeitraum 18. Juli 06 bis 31. März 07 knapp 200 Euro pro Betrieb ausbezahlt bekommen“, erklärte Grünzweil. Für das aktuelle Milchwirtschaftsjahr stellt Grünzweil den teilnehmenden Vertragsbauern bis zu 500 Euro in Aussicht. „Uns ist auch klar, dass man damit keinen Betrieb retten kann, aber viel wichtiger sind doch die erreichten Zusatzeffekte.“ Dazu zählt Grünzweil in erster Linie das auf über 1 Euro gestiegene Preisniveau in den Supermarktregalen.

Wichtig sei jetzt, dass noch mehr von diesen Preisen bei den Bauern ankomme. Ein Blick nach Deutschland zeige, so Grünzweil, dass dort die Regalpreise für Milch im Schnitt gerade einmal bei 75 Ct, die Erzeugerpreise aber in vielen Regionen schon deutlich über 40 Ct netto liegen würden. „Und in Österreich? Hier liegt der Regalpreis im Schnitt bei rund 1 Euro und der Erzeugerpreis bleibt trotz der jüngsten Steigerungen dennoch hinter dem deutschen zurück“, so Grünzweil. „Da darf doch wohl die Frage gestellt werden, wo bleibt das Geld? Deshalb müssen wir jetzt alles daran setzen, dass noch mehr von den höheren Preisen auch tatsächlich bei den Bauern ankommt.“


 
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