Erneut Bäralarm in Tirol

Die unsystematische Vorgangsweise und das Bild, das die aktuellen Risse von 20 Schafen zwischen Sellraintal und Inntal zeigen, deuten auf einen Bären hin. Die Landesveterinärdirektion ermittelt.

Die 20 aktuell aufgetretenen Schafsrisse zwischen dem Sellraintal und dem Inntal werden einem Bär zugeschrieben. Die DNA-Abklärung läuft. (Bildquelle: Symbolbild von piyabay.com)

In Tirol scheint wieder ein Bär umzugehen. Im Almgebiet zwischen dem Sellraintal und dem Inntal wurden zuletzt 20 Schafe gerissen, teilte das Land mit.

"Die unsystematische Vorgangsweise und das Bild, das die Risse zeigen, deuten auf einen Bären hin. Bisher wurden uns allerdings keine Sichtungen gemeldet", erklärte Dr. Martin Janovsky, Beauftragter des Landes für große Beutegreifer. Letzteres deute wiederum darauf hin, dass es sich eher um ein scheues Tier handeln dürfte. Eine unmittelbare Gefahr für Wanderer bestehe nicht, wurde betont.

Verunsicherte Schafbesitzer

Derzeit werde die Situation vor Ort von der Landesveterinärdirektion abgeklärt. Auch Wildkameras wurden aufgestellt. Die von den toten Schafen genommenen Proben wurden zur DNA-Analyse eingeschickt.

Große Verunsicherung gibt es bei den Schafbesitzern, die ihre Tiere im betroffenen Almgebiet haben. Wer seine Schafe aber vorsichtshalber abtreibt, kann beim Land Tirol um eine Erstattung der Futterkosten am Heimbetrieb ansuchen. Auch für die von großen Beutegreifern verursachten Schäden gibt es eine Entschädigungsregelung.

Zuletzt hatte es in Tirol zweimal "Bärenalarm" gegeben. Bei Reutte im Tiroler Außerfern wurde Ende Juni ein Foto von einem Bären aufgenommen. Zuvor war ein Rotwildkadaver in der Nähe gefunden worden.

Anfang Juni war ein Bär im Tiroler Pitztal von einer Wildkamera fotografiert worden. Dieser wurde mit drei zuvor gerissenen Schafen in Verbindung gebracht. Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelte es sich bei diesem Bären um ein bisher unauffälliges männliches Jungtier aus dem italienischen Trentino, hieß es seitens des Landes Tirol.

Gefangener Bär wieder ausgebüxst

Im Trentino hatte kürzlich ein Braunbär für Aufsehen gesorgt. Nach mehreren Attacken auf Nutztiere konnte er mittels Bärenfalle eingefangen werden und wurde in ein Tierpflegezentrum nahe Trient gebracht. Von dort ist er nach wenigen Stundern hinter Gitter wieder ausgebüxt. Nach dem Tier mit Bezeichnung M49 wird gesucht. Im Trentino leben derzeit an die 50 Bären.

Artikel geschrieben von

Leopold Th. Spanring

Redakteur

Schreiben Sie Leopold Th. Spanring eine Nachricht

"Das 'S' auf S-Budget-Butter sollte für Solidarität stehen"

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen