Vor der EU-Wahl

Säbelrasseln zwischen Bauernbund NÖ und FPÖ

Die EU-Wahl wirft auch bei den Regierungsparteien ihre Schatten voraus: So gibt es gerade einen heftigen medialen Disput zwischen dem EU-Spitzenkandidaten des NÖ Bauernbundes, Alexander Bernhuber und der FPÖ.

Von persönlichen Verunglimpfungen des Spitzenkandidaten Alexander Bernhuber und unlauteren Behauptungen gegen eine Organisation, die sich seit 113 Jahre für die Bäuerinnen und Bauern einsetzt, und spricht der NÖ Bauernbund. (Bildquelle: NÖ Bauernbund/Gabriele Moser)

Die Auseinandersetzung begann am 29. April mit einer Aussendung Bernhubers, in der er sich äußerst irritiert bezüglich der FPÖ-Position zu Agrarthemen zeigt. „Stimmt die auf wahlkabine.at festgehaltene Agrarposition der FPÖ, nämlich dass EU-Agrargelder künftig nur mehr an biologische Landwirtschaftsbetriebe ausgezahlt werden sollen, dann zeigt diese Haltung das ganze Unverständnis der Freiheitlichen gegenüber der österreichischen Landwirtschaft“, so Bernhuber (Anm. Redaktion: Frage 24).

Weiters erklärt Bernhuber: „FPÖ-Obmann HC Strache mit seinen selbsternannten Landwirtschaftsexperten würde es gut anstehen, wenn sie sich einmal objektiv und ohne populistischen Hintergrund mit der rot-weiß-roten Landwirtschaft auseinandersetzen. Dann würden sie nämlich erkennen, dass sie mit dieser Forderung kein Rezept für die Entwicklung der bäuerlichen Betriebe in Österreich liefern, sondern 4 von 5 heimischen Bauernhöfen ausradieren würden.“

Die Antwort folgte auf dem Fuße: „Ich verstehe den Druck, unter dem ein junger Kollege des NÖ-Bauernbundes momentan steht, um mit dem ÖVP-Vorzugsstimmenmodell ein EU-Mandat zu ergattern. Dennoch ist es völliger Nonsens, uns Freiheitlichen zu unterstellen, dass wir in Zukunft nur noch Bio-Betriebe fördern möchten. Wir wollen eine ausgewogene Förderpolitik sowohl für die konventionelle UND biologische Landwirtschaft in Österreich“, so der freiheitliche Agrarsprecher NAbg. Maximilian Linder.

"Ich verstehe den Druck unter dem ein junger Kollege des NÖ-Bauernbundes momentan steht, um ein EU-Mandat zu ergattern. Dennoch ist es völliger Nonsens, uns Freiheitlichen zu unterstellen, dass wir in Zukunft nur noch Bio-Betriebe fördern möchten", so Agrarsprecher Maximilian Linder von der FPÖ. (Bildquelle: www.facebook.com/maximilian.linder)

„Wenn nun ein NÖ-Bauernbündler, ausrückt, um unsere Landwirte in Furcht und Unruhe zu versetzen, so ist das einerseits ein durchschaubares Manöver und andererseits kein verantwortungsvoller Umgang mit den Sorgen unserer Bauern“, Linder weiter. Im Übrigen wäre es natürlich ein Einfaches, wenn sich der EU-Spitzenkandidat ob seiner Irritiertheit direkt bei ihm erkundigt hätte.

Medienklage der FPÖ gegen Bernhubers Facebook-Postings

Hierauf kontert der NÖ Bauernbund erneut mit einer Aussendung. Darin heißt es u.a.: „Angesichts der Aussendungsflut der FPÖ zum von ihr selbst aufgeschlagenem Thema „Streichung der Agrarsubventionen“ wird sichtbar, wie sehr die Freiheitliche Partei im Vorfeld der Europawahl von Nervosität getrieben ist.“ Anders könne man sich die unlauteren Behauptungen gegen eine Organisation, die sich seit 113 Jahren für die Bäuerinnen und Bauern einsetzt, sowie die persönlichen Verunglimpfungen des Spitzenkandidaten des NÖ Bauernbunds für die Europawahl, Alexander Bernhuber, durch maßgebende Mandatare, Agrarsprecher und Klubobmänner der FPÖ nicht erklären.

„Die Medienklage der FPÖ wegen meines Facebook-Postings, in dem ich auf das freiheitliche Ansinnen auf Streichung der EU-Agrargelder für naturnahe wirtschaftende konventionelle Landwirtschaftsbetriebe hinweise, zeigt nur, wie empfindlich und säuerlich die FPÖ-Strategen reagieren, wenn man sie mit ihren zwiespältigen Haltungen zur österreichischen Landwirtschaft konfrontiert. Wenn, dann sollte die FPÖ zu ihren undurchdachten, aber publizierten Plänen stehen, oder diese öffentlich korrigieren. Furcht und Unruhe verbreiten also höchstens die janusköpfigen Landwirtschaftspositionen der Freiheitlichen in den Medien selbst“, so EU-Kandidat Alex Bernhuber.

Wir halten Sie am Laufenden, wie der Disput weitergeht....

Artikel geschrieben von

Torsten Altmann

Schreiben Sie Torsten Altmann eine Nachricht

"Das 'S' auf S-Budget-Butter sollte für Solidarität stehen"

Meldung verpasst? Wir verhindern, dass Sie nicht mitreden können. Tragen Sie sich jetzt für unseren Newsletter ein und wir benachrichtigen Sie über alle wichtigen Ereignisse rund um die Landwirtschaft.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich einloggen um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen