Agrana hält Einführung von E10 für wirtschaftlich sinnvoll

Agrana
Im Rahmen der aktuell geführten Diskussion zur Einführung von E10 im Herbst dieses Jahres hat der Zucker-, Stärke- und Fruchtkonzern Agrana erneut die wirtschaftliche und ökologische Sinnhaftigkeit einer 10-prozentigen Beimischung von Bioethanol unterstrichen.

Das Unternehmen hob vergangene Woche in einer Pressemitteilung hervor, dass für E10 keine zusätzlichen Ackerflächen herangezogen werden müssten. Vielmehr würden enorme CO2-Einsparungspotentiale im Land genutzt und im Rahmen der Bioethanolerzeugung wertvolle Eiweißfuttermittel gewonnen.

Agrana stellt nach eigenen Angaben im Werk Pischelsdorf jährlich rund 220 000 cbm Bioethanol her. Dies sei eine Menge, die ausreichen würde, um den gesamten österreichischen Bedarf an Bioethanol bei einer Einführung von E10 im Inland zu decken. Derzeit werde jedoch etwa die Hälfte der erzeugten Bioethanolmenge exportiert. Damit verschenke man CO2-Einsparungspotentiale, die das Land vollkommen selbst nutzen könnte, anstatt sie teuer in Form von Verschmutzungsrechten am Weltmarkt zuzukaufen. Für die österreichische E10-Einführung müssten daher keine zusätzlichen Kapazitäten oder Ackerflächen für Rohstoffkulturen herangezogen werden, betonte das Unternehmen. Es würde lediglich weniger Bioethanol exportiert.

Am Standort Pischelsdorf werde aus dem Rohstoff Getreide aber nicht nur Bioethanol hergestellt, sondern auch drei weitere hochwertige Produkte, so Agrana weiter. Dazu zähle das garantiert gentechnikfreie Eiweißfuttermittel ActiProt. Mit der Investition von 65 Mio Euro in eine Fabrik zur Produktion von Weizenstärke und Weizengluten gehe man nun sogar noch einen Schritt weiter. Die Anlage, deren Inbetriebnahme für Ende 2013 geplant sei, nutze zunächst alle wesentlichen Rohstoffbestandteile für die Nahrungs- und Futtermittelproduktion, um dann die agrarischen Reststoffe in der Bioethanolerzeugung zu verwerten. Durch diese 100-prozentige Rohstoffnutzung könne eine Erhöhung des Treibhausgas-Einsparungspotentials von Bioethanol von bisher 50 % auf zukünftig 70 % gegenüber Benzin erreicht werden. (AgE)

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