
Methanbakterien sollen künftig zur Verdichtung von Biogas, das ins Erdgasnetz eingespeist wird, eingespannt werden. Daran arbeiten Forscher der Universität Hohenheim. Von dem neuen Verfahren versprechen sich die Wissenschaftler Einsparungen der Energiekosten bis zu 40 %.
"Druck und Reinheit werden schon während der Fermentation der Biomasse gewährleistet und müssen nicht in nachgeschalteten Verfahren technisch aufwendig erzeugt werden", erklärte Dr. Andreas Lemmer , der das Forschungsprojekt an der Universität Hohenheim leitet. Das Herzstück der neuen Methode sei ein völlig neuartiger Vergärer, in dem sich die Methanbakterien besonders wohlfühlen dürften. "Die Wohnstube der Bakterien" entspreche mit einem Druck von 10 bar ihrem natürlichen Lebensmilieu in der Tiefsee.
Prototyp wird gebaut
Zu einer der technischen Herausforderungen des neuen Methanreaktors gehört laut Angaben der Universität, den Druck exakt konstant zu halten. Dafür entwickelten die Forscher eine spezielle Steuerungs- und Regelungstechnik. In einem weiteren Schritt wollen sie einen Prototyp der neuen Anlage bauen. Das deutsche Bundesforschungsministerium fördert das Projekt der Hohenheimer Wissenschaftler bis Ende 2013 mit 681.000 Euro. Bisher gibt es in Deutschland nur rund 50 Biomethananlagen, die Biogas ins Erdgasnetz einspeisen. Erklärtes Ziel der Bundesregierung ist es, dass in Deutschland 2020 etwa 6 Mrd. m3 Biomethan pro Jahr für das Erdgasnetz erzeugt werden. Dafür wären laut Schätzungen aus Hohenheim etwa 1.500 Anlagen nötig.
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