
Beim Ausbau der Windkraft in Österreich ist offenbar der Stillstand der letzten Jahre beendet und mit dem Einspeisetarif von 9,7 Cent/KWh ein Durchbruch erreicht worden. Darauf hat der Geschäftsführer der IG Windkraft, Stefan Moidl, vor Journalisten in Wien hingewiesen. Moidl rechnet damit, dass in diesem Jahr neue Windkraftanlagen mit einer Leistung von rund 120 MW errichtet werden.
Allerdings verhinderten Stolpersteine im Ökostromgesetz, dass alle Projekte realisiert werden könnten, denn das für Neuanlagen zur Verfügung stehende Fördervolumen von 21 Mio Euro sei bereits bis 2015 ausgeschöpft. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner habe bereits im Dezember 2010 eine Verlängerung der Tarife in gleicher Höhe für 2011 vorgeschlagen, doch Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich habe dem noch nicht zugestimmt. Nach Ansicht der IG Windkraft braucht es klare und stabile Rahmenbedingungen zur Gewährung der Investitionssicherheit, um den Ausbau der Windkraft in Österreich vorantreiben zu können. Zudem sollte die Tariflaufzeit für Windkraftanlagen auf 15 Jahre verlängert werden. Eine Aufarbeitung des Rückstaus bei den Projekten sei ebenso vordringlich wie die Festlegung kostendeckender Einspeisetarife für mehrere Jahre. Die IG Windkraft hält außerdem eine Novellierung des Ökostromgesetzes für notwendig. Der österreichische Energieplan, der im Juni 2010 der EU-Kommission gemeldet worden sei, sehe zwar einen Ausbau der Windkraft um insgesamt rund 1570 MW vor; dieses Ziel sei allerdings mit dem geltenden Ökostromgesetz nicht erreichbar. In Österreich gibt es derzeit insgesamt 625 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 1001 MW; das entspricht etwa 4 % der Stromerzeugung des Landes. Die Bundesländer Niederösterreich und Burgenland liegen mit 353 beziehungsweise 206 Anlagen an der Spitze, wohingegen die topografischen und klimatischen Verhältnisse in den Gebirgsländern Salzburg oder Tirol für eine Aufstellung von Windrädern wenig geeignet sind. Die Windkraftbranche sorgt außerdem mit einem Exportvolumen von jährlich 350 Mio Euro für eine positive Handelsbilanz. (AgE)
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