Bauern und Bienen: Ein starkes natürliches Team

Die neue Kampagne „Wir für Bienen“ stellten heute LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf gemeinsam mit Johannes Schmuckenschlager, dem Präsidenten der NÖ Landwirtschaftskammer, der Jung-Landwirtin Elisabeth Kern und dem Imkermeister Wolfgang Messner in St. Pölten vor.

Imkermeister Wolfgan Messner, LK NÖ-Präsident Johannes Schmuckenschlager, LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf und Bäuerin Elisabeth Kern stellten heute die neue Bienen-Kampagne vor. (Bildquelle: Altmann)

Dass das Land jetzt im Frühling wieder aufblühe, sei nicht selbstverständlich. Dafür brauche es zum einen Millionen von Insekten, die das Naturland Niederösterreich bevölkern und die Blühpflanzen bestäuben, darunter Schmetterlinge, Käfer, Fliegen und vor allem Honig- und Wildbienen, Pernkopf.

Zahl der Bienenvölker zuletzt deutlich auf 63.000 gestiegen

„In Niederösterreich sind sowohl die Anzahl der Imker als auch der Bienenstöcke steigend, so der Agrarlandesrat. „Die Zahl der Imker ist in den vergangenen Jahren von 3.500 auf 5.000, die der Bienenvölker von 36.000 auf 63.000 gestiegen.“ Und mit über 600 verschiedenen Wildbienen-Arten hat unser Bundesland die höchste Bienen-Diversität aller mitteleuropäischen Staaten, mit mehr Bienen-Arten als beispielsweise ganz Deutschland“, betonte dabei Messner.

Allein in Niederösterreich gibt es laut Agrarlandesrat Pernkopf aktuell deutlich über 60.000 Bienenvölker (Bildquelle: pixabay.com/Benn)

Zum anderen brauche es zum Erblühen des Landes die Bäuerinnen und Bauern, die mit ihrer umweltgerechten Bewirtschaftung täglich im Einklang mit der Natur leben und arbeiten: „Landwirtschaft und Artenvielfalt sind in Niederösterreich keine Gegensätze, unsere Bienen und unsere Bauern sind untrennbar miteinander verbunden. Die Landwirtschaft leistet einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt, denn Wiesen, Felder, Blühstreifen und Wälder sind für Bienen und viele andere Lebewesen wertvolle Ökosysteme, die es zu schützen gilt“, so Pernkopf.

Die neue gemeinsame Kampagne „Wir für Bienen“ solle gleichermaßen informieren und motivieren, das Miteinander zwischen Bauern und Bienen aufzeigen und dafür sorgen, dass das Naturland Niederösterreich auch morgen noch so bunt blühe. Sie solle das Wissen über die Leistungen der Insekten genauso wie über die Anstrengungen der heimischen Landwirtschaft in den Vordergrund stellen, meinte Pernkopf. Er verwies unter den auf die Bestäubung durch Insekten angewiesenen landwirtschaftlichen Kulturen insbesondere auf Gemüsesorten wie Gurken, Kürbis und Paradeiser, Obstbäume wie Äpfel und Marillen sowie Raps, Sonnenblumen, Luzerne und viele Kleearten, die von den Bienen profitieren.

230.000 ha blühende Felder für die Bienen

„Die Bauern geben auf insgesamt 230.000 Hektar blühenden Feldern Bienen Heimat: 112.000 Hektar Begrünungs- und Biodiversitätsflächen sind wertvolle Ökosysteme, 23.000 Hektar Raps sind die Lieblingsnahrung für Bienen, 17.000 Hektar Sonnenblumen sind Bienen- und Augenweiden gleichzeitig, 12.000 Hektar Kürbis sorgen für Speiseöl. Dazu kommen noch die 770.000 Hektar Waldflächen, mehr als 40 Prozent der Landesfläche, welche die Grundlage für den Waldhonig liefern“, meinte Pernkopf und hob hervor, dass Niederösterreichs Bauern und Bäuerinnen Öko-Weltmeister seien: 90 Prozent nehmen am Umweltprogramm teil, 60 Prozent legen Biodiversitätsflächen an, 20 Prozent aller Betriebe wirtschaften biologisch.

„Unsere Bäuerinnen und Bauern sind nicht die Größten, aber mit Sicherheit die Besten im europäischen Vergleich. Würden alle in Europa so vorbildlich arbeiten wie unsere bäuerlichen Familienbetriebe, gäbe es mehr Bienen und mehr Artenvielfalt“, unterstrich der LH-Stellvertreter. „Wir für Bienen“ solle zeigen, dass Landwirtschaft und Artenvielfalt kein Gegensatz seien. Die Kampagne richte sich aber nicht nur an die Landwirtschaft, sondern an die gesamte Gesellschaft. Mit einfachen Maßnahmen wie einer Wildblumenwiese statt eines Rasens oder Bienenplatzerln am Balkon könne jeder seinen Beitrag leisten – vom Privaten bis zu Gemeinden und Betrieben. „Artenschutz geht uns alle an, Bauern und Bienen sind ein starkes und natürliches Team. Dieses Verständnis wollen wir stärken, und wir wollen alle anderen animieren mitzumachen, zum Schutz der Bienen, zum Schutz der Bauern, und zum Schutz der Artenvielfalt“, so Pernkopf abschließend.

Die aktuelle Broschüre zur Kampagne "Wir für Bienen" (Bildquelle: Altmann)

Johannes Schmuckenschlager sagte: „Bauern geben Bienen eine Heimat ist kein Werbeslogan, sondern zeigt die Umweltleistungen unser Landwirtschaft auf. Mit seinen umfangreichen rechtlichen Rahmenbedingungen ist Österreich ein Vorreiter, nur zwei bis sechs Prozent der Pflanzenschutzmittel sind Insektizide. Deren permanente Weiterentwicklung und weitere Maßnahmen zur Hebung der Biodiversität tragen dazu bei, bestmögliche Lebensmittel für alle produzieren zu können“.

Als wichtigste drei Aufgaben für die Zukunft nannte Schmuckenschlager: „Die Biodiversität muss ein großer Schwerpunkt in der kommenden GAP werden. Den Weg, diese weiter zu heben, gehen wir mit. Mit intelligenter Kulturführung können wir künftig mehr Artenvielfalt erreichen. Und wir müssen das Image der Bauern weiter heben.“ Dazu solle auch diese Kampagne beitragen.

„Mit Blühstreifen bieten wir das Futter für die Bienen“

Im Zuge der Kampagne wird es niederösterreichweit Feldaufsteller geben, die zeigen, wo die Bauern den Bienen Heimat geben. Zudem werden in der „Woche der Artenvielfalt“ vom 19. bis 26. Mai Wiesenfeste, Wanderungen etc. auf die Bedeutung des Themas hinweisen. Jungbäuerin Elisabeth Kern erklärte, dass das Verständnis in der Gesellschaft für die Landwirtschaft sinke.

Kern: „Wir wollen mit der Kampagne der Bevölkerung klar machen, dass wir auf unseren Flächen nicht nur tolle Produkte produzieren.“ Sondern man verzichte mit dem Anlegen von Blühstreifen auf einem Teil der Flächen auf Erträge. Damit schaffe man aber Futter für die Bienen. Weiters verwies sie auf die Bedeutung von Schule und Landwirtschaft sowie das notwendige Verständnis der Bevölkerung, um das heimische Modell der kleinstrukturierten Familienbetriebe für die Zukunft sichern zu können.

Mehr unter www.wir-fuer-bienen.at

Artikel geschrieben von

Torsten Altmann

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