Schafrisse im Pitztal: War's ein Bär?

Drei Schafe wurden Mittwochfrüh im Tiroler Pitztal auf einer eingezäunten Weide gerissen. Eine danach installierte Wildkamera filmte in der Nacht darauf einen Bären an der selben Stelle. Ob dieser die Schafe getötet hat, sollen jetzt DNA-Untersuchungen zeigen.

Im Pitztal filmte eine Wildkamera diesen Bären. (Bildquelle: Privat)

Nebenerwerbsbauer Florian Melmer aus St. Leonhard im Pitztal fand die toten Schafe am Mittwochmorgen, berichtet der ORF Tirol. Amtstierarzt und Jägerschaft untersuchten diese. Sie fanden keine Hinweise auf einen Wolf als Verursacher. Die Annahme, dass streunende Hunde für die Schafrisse verantwortlich sein könnten, wurde nunmehr durch Aufnahmen einer im Anschluss installierten Wildkamera widerlegt. Diese filmte einen Bären. "Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei dem fotografierten Bären um ein bisher unauffälliges männliches Jungtier aus dem Trentino", erklärt Martin Janovsky, Beauftragter des Landes für große Beutegreifer.

Die Nutztierhalter im Pitztal werden vorsorglich zu besonderer Aufmerksamkeit aufgerufen. "Tiere, die sich auf den Heimweiden befinden, sollten nach Möglichkeit in der Nacht in den Stall gebracht oder entsprechend eingezäunt werden", empfiehlt Josef Gitterle von der Abteilung Landwirtschaftliches Schulwesen, Jagd und Fischerei.

Im Dreiländereck zwischen Vinschgau, Engadin und dem Tiroler Oberland werden immer wieder Hinweise auf Bären gefunden. Schäden wurden jedoch bisher nicht gemeldet. Zuletzt wurden Ende Mai im Paznaun bereits ältere Bärenspuren im Schnee entdeckt. Um zu klären, um welches Individuum es sich bei dem fotografierten Bären handelt, wurde gestern entnommenes Probenmaterial zur genetischen Untersuchung geschickt. Es wird gebeten, allfällige Sichtungen oder Bilder sowie Schäden dem Amtstierarzt der jeweils zuständigen Tiroler Bezirkshauptmannschaft zu melden. Verhaltensregeln sowie weitere Informationen zum Thema große Beutegreifer und zum Einzäunen sind unter www.tirol.gv.at/baer-wolf-luchs verfügbar.

Artikel geschrieben von

Beate Kraml

Redaktion

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