Hinweise auf ein neues Virus hat das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI), bei der Untersuchung von Rindern in Nordrhein-Westfalen gefunden. Wieder werden Gnitzen als Überträger "ins Spiel" gebracht.
Wie das FLI mitteilt, waren in diesem Bundesland seit den Sommermonaten bei Milchrindern Fälle von Fieber mit mehr als 40 °C, reduziertes Allgemeinbefinden und starker Milchrückgang beobachtet worden. Nun sei von FLI-Forschern Erbmaterial eines unbekannten Erregers aus Proben erkrankter Tiere mit Hilfe der neuen Technik der Metagenomanalyse nachgewiesen worden.
Von Gnitzen übertragen
Erste vergleichende Untersuchungen deuteten darauf hin, dass es sich um einen Erreger aus der Gattung Orthobunyavirus handle, der mit der Gruppe der Akabane-ähnlichen Viren verwandt sei. Diese Erreger würden wie das Virus der Blauzungenkrankheit hauptsächlich von Gnitzen übertragen, berichtete das FLI.
Schmallenberg-Virus
Aufgrund der Probenherkunft werde das Virus vorläufig als "Schmallenberg-Virus" bezeichnet. Bislang habe man den Erreger allerdings noch nicht isolieren können. Ferner stehe noch nicht fest, ob es einen Zusammenhang zwischen den beschriebenen Symptomen und dem "Schmallenberg-Virus" gebe. Zudem sei unklar, ob es um einen Neueintrag dieses exotischen Virus gehe oder ob Orthobunyaviren schon seit längerer Zeit unerkannt bei Rindern in Europa vorkämen. Das FLI kündigte weitere Untersuchungen zur Charakterisierung des Virus und zur möglichen Ausbreitung an. -AgE-
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