Melkroboter: Effizenz steigern, Kosten senken Premium

Gut 1 000 Melkroboter sind in Österreich bereits in Betrieb. Auch wenn diese quasi automatisch laufen, müssen die Betriebsleiter ihre Anlagen ständig im Blick haben. AMS-Experte Thomas Bonsels zeigt, welche Potenziale in den Robotern schlummern.

Automatische Melksysteme (AMS) können aus heutiger Sicht als Standardmelkverfahren angesehen werden. Trotzdem gibt es rund um dieses Melkverfahren viele Ansatzpunkte zur Optimierung der Anlagen hinsichtlich Effizienz und Kosten. Die Einflussfaktoren auf den Gesamterfolg sind gegenüber konventionellen Melkverfahren vielfältig.

Hierzu zählen Fütterung, Fruchtbarkeit und Klauengesundheit sowie ein regelmäßiger Check-Up der Anlage, um die Kosten insgesamt im Griff zu behalten. Sensordaten können dabei mit entsprechend generierten Handlungsempfehlungen unterstützen. Daneben gilt es, Störfaktoren für die Herde wie Liegeboxen einzustreuen oder Laufgänge zu reinigen und zu minimieren.

Anlagen optimieren:

Damit sich ein AMS-Betrieb richtig einordnen kann, sollte er sich über die wichtigsten Kenngrößen und realistische Zielwerte im Klaren sein. Die Übersicht auf dieser Seite zeigt die Eckdaten für die Fütterungseinstellungen auf und dient als Orientierung.

Ein weiteres zentrales Kriterium ist der Laktationsstand der Herde, der optimalerweise bei etwa 160 bis 180 Lakta-tionstagen liegen sollte. Ein konsequentes Besamungsmanagement mit gleichmäßig über den Jahresverlauf stattfindenden Abkalbungen sichert eine kon-stante Auslastung des Melkroboters mit melkenden Tieren.

Für das Melken am Roboter gibt es auch so genannte „K.o.-Kriterien“. Dies ist unter anderem die Euterform, Zitzenlänge oder Stellung der Zitzen in puncto Erkennung und Ansetzen. Um ein zügiges Ansetzen zu gewährleisten, ist das Scheren bzw. Abflämmen der Euterbehaarung („kalte Flamme“) und unter Umständen das Kürzen der Schwanzhaare unumgänglich. Dadurch wird die Verweilzeit der Kühe, gerade bei stark ausgelasteten Anlagen, entsprechend verkürzt. Bei Kühen, deren Zitzenabstand weniger als 0,5 cm zueinander beträgt, kann über eine längere Zwischenmelkzeit und damit einem höheren Füllungsgrad des Euters das Problem der Zitzen-Erkennung und damit das Ansetzen verbessert werden. Dazu kann innerhalb des Management-Programms eine „Extra-Gruppe“ mit den entsprechenden Melkparametern eingerichtet werden, in der diese Kühe dann geführt werden.

Viel hilft bekanntlich nicht immer viel. Dies trifft auch für die Anzahl der Melkungen je Tier und Tag zu. Ein zu häufiges Melken strapaziert neben dem Eutergewebe auch den Geldbeutel, denn jede unnötige Melkung mit einem dann in der Regel auch noch niedrigen Milchertrag kostet „Zeit und Verbrauchsmittel“. Eine Spanne von 2,5 bis 2,8 Melkungen reicht hier völlig aus. Entscheidender ist hier der Parameter „Milchmenge je Melkung“, der bei einer angepassten Melkzulassung bei einem Herdenmittel von etwa 11 kg liegen sollte. Der Milchertrag je Melkung „regelt“ die Verweilzeit der Kuh im Roboter und damit auch die Zeit, in ...

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DI Thomas Bonsels

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