Südtirol: Gute Milchpreise, hohe Kosten Premium

Von Milchpreisen jenseits der 50 Cent pro kg wie in Südtirol können die österreichischen Milchbauern nur träumen. Die Kehrseite für die Kollegen südlich vom Brenner: Sie haben auch mit hohen Kosten sowie den Auflagen der Molkereien zu kämpfen. Wir haben unsere Nachbarn besucht.

Die Milch sprudelt in Südtirol. Lag die Anlieferungsmenge lange Zeit bei rund 380 Mio.kg Milch stabil, ist sie innerhalb der letzten drei Jahre über die 400 Mio.kg-Marke geklettert (siehe Übersicht 1).

Trotzdem ist Italien wegen des geringen Selbstversorgungsgrades von 77% Importeur von Milchprodukten. Die Käseproduktion spielt für die italienische Milchbranche eine entscheidende Rolle. 70% der Milchmenge wird zu Käse verarbeitet. In Südtirol verarbeiten die Molkereien, Milchhöfe genannt, die angelieferte Milch überwiegend zu Weiße- Linie-Produkten, Joghurt und Käse.

kleine BetriebE, hohe Kosten

„Unsere Milchviehhaltung ist eng mit Südtirol verbunden“, erklärt Alexander Alber vom Beratungsring Berglandwirtschaft BRING in Bozen. Die Milchlieferanten halten 75% des gesamten Viehbestands und bewirtschaften 65% der Futterfläche im Land hinterm Brenner. Der Strukturwandel macht aber auch vor Südtirol nicht Halt. Die steigenden Milchmengen werden von immer weniger Betrieben produziert. Momentan gibt es noch knapp 4700 Milchlieferanten. Die durchschnittliche Milch-menge pro Betrieb beträgt im Schnitt knapp 90000kg bei 15 Milchkühen.

Der Großteil der bewirtschafteten Flächen liegen über 1000m, 60% noch über 1500m Meereshöhe. Und: Südtirol ist steil! 40% der landwirtschaftlichen Nutzfläche haben Flächen mit über 30% Steigung. Viele Bauern sind aufgrund dieser Steillagen reine Heumilchbetriebe – auch wenn ihre Milchhöfe die Milch nicht immer als Heumilch abholen. Der Anteil der Heumilch beim Gesamtmilchaufkommen in Südtirol liegt bei 15,5% (siehe Übers. 2).

Fantastische Erzeugerpreise

Der durchschnittliche Auszahlungspreis lag 2018 in Südtirol bei 50,64 Ct/kg Milch; für Biomilch gar bei 71,14 Ct/kg (netto). Verkauft wird die Milch im Laden für rund 1,30 (konventionell) bis 1,60€/l (Bio).

„In Italien hat das Essen einen hohen Stellenwert“, erklärt Stephan Mutsch- lechner vom Südtiroler Bauernbund. Die Italiener sind grundsätzlich bereit, für Nahrungsmittel mehr Geld auszugeben. Daher sind die Erzeugerpreise seit Jahren auch stabil.

Anders als in Österreich erfahren die Milchbauern erst im Mai des ...

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Greil

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