Herndl: Vorschlag zur Tierhaltungsverordnung für Schweinebauern existenzgefährdend

Auf Basis der im Jahr 2004 von allen vier Parlamentsparteien beschlossenen Tierschutzregelungen setzen die Schweinebauern bis Ende 2012 mit einem Gesamtvolumen von ca. 200 Mio. Euro derzeit das historisch größte tierschutzorientierte Investitionsprogramm um. "Mitten in der Anpassungsphase zur Sauen-Gruppenhaltung hat das Gesundheitsministerium nun auf Initiative der Volksanwaltschaft einen Verordnungsentwurf zur drastischen Verschärfung der Tierschutzauflagen vorgelegt", kritisiert Oberösterreichs LK-Präsident Hannes Herndl.

Das vorgesehene Verbot des Ferkelschutzkorbes in der Säugephase der Ferkel sowie die drastische Einschränkung der Kastenstandhaltung würden massive Änderungen des Haltungssystems für Zuchtsauen und damit neuerlich enorme Kosten für Zusatzinvestitionen auslösen. In einer beschlossenen Resolution lehnt die Vollversammlung der Landwirtschaftskammer OÖ daher den vorgelegten Entwurf für eine neue Tierhalteverordnung, der im Vorfeld in keinster Weise mit der Bauernvertretung abgestimmt wurde, mit allem Nachdruck ab. Nach Schätzung einer von den Bundesministerien für Gesundheit sowie Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft selbst in Auftrag gegebenen Studie zur "Beurteilung von serienmäßig hergestellten Abferkelbuchten" müssten die heimischen Schweinebauern alleine in der laufenden Produktion mit Mehrkosten von ca. 40 Mio. Euro jährlich rechnen. Dazu kommen noch erforderliche Investitionskosten für den Umbau der Haltungssysteme sowie arbeitswirtschaftliche Nachteile, da ohne Ferkelschutzkorb das Management im Abferkelabteil wesentlich erschwert wird. "Die heimischen Schweinebauern haben sich voll dem Wettbewerb des EU-Binnenmarktes zu stellen, sodass nationale Alleingänge mit drastisch höheren Tierschutzauflagen gerade für die bäuerlich kleinstrukturierte heimische Schweineproduktion wirtschaftlich keinesfalls verkraftbar sind. Folge der geplanten Änderungen wäre ein enormer Rückgang der heimischen Schweineproduktion mit unabsehbaren Konsequenzen für die gut florierende heimische Fleischverarbeitungswirtschaft sowie für Futtermittelerzeuger und Stalleinrichtungsfirmen," erklärt Präsident Herndl.

Tierschutz -; Vorschlag unter Experten umstritten

Die Vollversammlung der Landwirtschaftskammer OÖ verweist darauf, dass der vorliegende Vorschlag des Gesundheitsministeriums tausende Arbeitsplätze in der Landwirtschaft sowie den ihr vor- und nachgelagerten Bereichen gefährden würde. Zudem ist der vorliegende Vorschlag auch unter dem Aspekt des Tierschutzes selbst unter Experten umstritten, da es bei der freien Abferkelung ohne Ferkelschutzkorb zu wesentlich höheren Erdrückungsverlusten kleiner Ferkel durch die Muttersau kommt. Die Vollversammlung der Landwirtschaftskammer OÖ fordert das Gesundheitsministerium zu eingehenden fachlichen Gesprächen mit der Bauernvertretung auf, um gemeinsame und abgestimmte Initiativen zur Weiterentwicklung von EU-Tierschutzbestimmungen zu erarbeiten.

Schlagworte

Schweinebauern, Vorschlag, Gesundheitsministerium, Vollversammlung, Landwirtschaftskammer, beschlossenen, Tierschutzauflagen, heimischen, Ferkel, Bauernvertretung

Kommentare

Kommentarfunktion de-/aktivieren

Kommentar hinzufügen...
Kommentieren

Bleiben Sie auf dem Laufenden