
Die Preise für Schlachtschweine bleiben in der EU im ersten Semester 2012 auf einem erhöhten Niveau. Preisspitzen könnten die Linie von 1,75 € pro kg durchbrechen. Das prognostiziert die Rabobank in ihrem aktuellen Ausblick auf den Weltmarkt für Schweinefleisch. Die Notierungen werden von einer stabilen Exportnachfrage, einem kleineren Angebot und einer möglichen weiteren Schwäche des Euro gestützt.
Die Fachleute der niederländischen Agrarbank gehen davon aus, dass die Zahl der Sauen in der Europäischen Union im Dezember 2011 um 9% unter dem Vorjahresbestand lag. Die Ausfuhren an Schweinefleisch stiegen jedoch von Jänner bis November 2011 um 21%, vor allem nach Südkorea, China, Weißrussland und Hongkong. Bei stabilen bis leicht fallenden Futterkosten sieht die Rabobank gute Perspektiven für eine Verbesserung der Erlössituation der Mäster.
Auch sind die Exportaussichten positiv. Die Einfuhren Chinas werden zwar voraussichtlich um 18% bis 35% schrumpfen, das jedoch ausgehend von einem sehr hohen Niveau nach dem Anstieg des Vorjahres um 80% bis 90%. Der chinesische Importbedarf von 0,8 Mio. t bis 1 Mio. t dürfte daher die treibende Kraft hinter den weltweit festen Schweinefleischpreisen bleiben.
Russland: Afrikanische Schweinepest nicht unter Kontrolle
Unsicherheiten für den Markt gehen von Tierseuchen und der Euro-Krise aus. Nach Darstellung der Rabobank gibt es weiter klare Anzeichen für das Auftreten der Maul- und Klauenseuche in China. Russland bekommt zudem die Afrikanische Schweinepest nicht unter Kontrolle. Von Jänner bis Oktober 2011 wuchsen die russischen Importe um 5,8% auf 597.000 t Schweinefleisch. Die Einfuhren werden voraussichtlich zunächst auf dem bisherigen Niveau fortgeführt. Erst gegen Ende des Jahres wird die Verkleinerung der Importquote von 472.100 t auf 400.000 t spürbar.
Die Schulden- und Euro-Krise birgt die Gefahr einer rückläufigen Binnenmarktnachfrage. Laut Angaben der Rabobank sank der Verkauf von frischem Schweinefleisch in Spanien von Jänner bis Juni 2011 um 9% und in Frankreich zwischen Jänner und September um 3% (AIZ).
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