
Mit Beginn des kommenden Jahres wird die Ferkelkastration in Österreich unter Verwendung von Schmerzmitteln durchgeführt. Diesen Beschluss hat der Verband Österreichischer Schweinebauern (VÖS) in seiner Mitgliederversammlung am 16. Juni einstimmig gefasst.
Grundlage ist eine Branchenvereinbarung der ARGE Fleischproduktion mit Vertretern der Landwirtschaftskammer Österreich, der Wirtschaftskammer (Schlachtbetriebe, Fleischwirtschaft, Fleischverarbeitende Industrie), des Handels, der Veterinäruniversität Wien, des Tiergesundheitsdienstes (TGD) und des Verband Österreichischer Schweinebauern von Ende April. Darin sehen die Branchenvertreter, die Anwendung von Schmerzmitteln als die am besten geeignete Methode, um die Ferkelkastration weiterzuentwickeln. Zudem haben die Vertreter in der Erklärung klargestellt, dass die Kastration männlicher Ferkel eine zuverlässige Methode zur Sicherung der Fleischqualität darstellt, auf die zum aktuellen Zeitpunkt nicht verzichtet werden kann. Der VÖS nimmt die Verpflichtung zum Schmerzmitteleinsatz in seine Produktionsbestimmungen auf. Die Umsetzung erfolgt im Rahmen des Tiergesundheitsdienstes (TGD). Die derzeit zugelassenen Präparate können im Rahmen des Betreuungsverhältnisses im TGD an den Tierhalter abgegeben und von diesem angewendet werden. Bis Jahreswechsel 2010/2011 werden die Schweinebauern im Rahmen einer Informationskampagne über die Neuerungen zur Ferkelkastration und über die fachgerechte, hygienische Durchführung aufgeklärt. Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder aufkeimende Diskussionen, vor allem in Tierschutzkreisen, welche die geübte Praxis der Ferkelkastration massiv verurteilten. Als dann 2006 in Holland eine Tierschutzpartei ins Parlament einzog, habe sich die Diskussion auch auf europäischer Ebene massiv verschärft. In manchen anderen EU-Staaten wurden aus Panik völlig unpraktikable Methoden wie zum Beispiel die Kastration mit CO2 oder Isofluran eingeführt. Massives Lobbying der Firma Pfizer für ihren Impfstoff gegen Ebergeruch habe die Diskussion weiter verschärft, stellt der VÖS in einer Aussendung fest.
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