Die mit Absatzproblemen kämpfenden deutschen Biodieselhersteller lasten ihre Anlagen derzeit nur zu einem Zehntel aus. "Wir sind nicht nur in einer Krise, wir stehen vor dem Kollaps", so der Präsident des Herstellerverbandes BBK, Peter Schrum, beim Branchentreffen der Biodieselindustrie.
"Viele kleine Hersteller haben die Produktion auf null heruntergefahren, nur die größeren Anbieter - die mit einem dicken Finanzpolster - machen weiter."Grund für den Einbruch ist die teilweise Aufhebung der Steuervorteile in Deutschland Ende 2006, Anfang dieses Jahres wurden sie weiter geschmälert. "Der Verkauf von Biodiesel an den Zapfsäulen ist nun zum Erliegen gekommen", sagte Schrum. "Aufgrund der Steuererhöhung kostet Biodiesel derzeit genauso viel oder sogar mehr als regulärer Treibstoff." Um Käufer zu finden, müsse Biodiesel aber 12% billiger sein als normaler Diesel. Schließlich sei der Verbrauch höher und häufigere Überprüfungen des Motors seien notwendig, so der BBK-Präsident.Die auch in Deutschland bestehende Pflicht, normalem Kraftstoff Biodiesel beizumischen, mache das nicht wett. Denn Dieselanbieter kauften dafür subventionierten Billig-Biodiesel aus dem Ausland ein. "Biodiesel zur Beimischung kann ruhig eine schlechte Qualität haben, daher suchen die Ölkonzerne in der ganzen Welt nach den billigsten Herstellern", sagte Schrum.Die Produktionskapazität der deutschen Hersteller sei mittlerweile auf 5 Mio. t im Jahr gewachsen. Nun sei davon auszugehen, dass viele Anlagen abgebaut und in andere Länder wie USA und Kanada verkauft werden.
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