Großbritannien bekommt die Rindertuberkulose (Rinder-Tbc) nicht in den Griff. Da der Kälberexport deshalb eingebrochen ist, erschießen britische Farmer zurzeit tausende Stierkälber.
Seit Mitte Juli importieren die Niederlande auf freiwilliger Basis keine Mastkälber mehr aus Großbritannien. Das hat die Stiftung Qualitätsgarantie für Fleischkälber (SKV) durchgesetzt. Die SKV will die holländische Rinderhaltung vor einer Ansteckung mit Rinder-Tbc schützen, nachdem Anfang Juli infizierte Kälber aus Großbritannien in den Niederlanden entdeckt worden sind. Der Ständige EU-Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit hatte dem Drängen der Niederlande nach einem Ausfuhrverbot bei seinem jüngsten Treffen am 23.07. jedoch nicht nachgegeben. Doch auch ohne gesetzliche Regelung zeigt die freiwillige Einfuhrbeschränkung der holländischen Mäster auf der britischen Insel Wirkung. Wie der "Farmers Guardian" berichtet, töten die britischen Milchviehhalter tausende männliche Holstein-Kälber, weil dafür in Großbritannien kein ausreichender Markt existiert. Von Jänner bis Juni hatte Großbritannien noch rund 40.000 Kälber auf den Kontinent exportiert, die meisten davon nach Holland und Belgien.Nach offiziellen Angaben des Landwirtschaftsministeriums in London unterlagen Ende Mai 7.586 Rinderbetriebe in England, Wales und Schottland Transportbeschränkungen wegen Rindertuberkulose. Von Jänner bis Ende Juni wurden 1.046 Rinderherden neu infiziert. Damit ist gegenüber 2007, als im Gesamtjahr 2.045 bestätigte Fälle registriert wurden, kein Bekämpfungsfortschritt erkennbar. Vielmehr hält die seit 2003 zu beobachtende Ausbreitung der Rindertuberkulose unvermindert an. Statt den Bestand an wilden Dachsen zu dezimieren, der als Überträger des Erregers gilt, setzt die britische Regierung jedoch auf ein Impfprogramm, dessen Entwicklung noch Jahre dauern dürfte.
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