Milchbauern demonstrieren vor der Berglandmilch

1000 Milchbauern kamen nach Aschbach
1000 Milchbauern kamen nach Aschbach

Vor der Berglandmolkerei in Aschbach haben gestern Dienstag rund 1000 Milchbauern aus ganz Österreich - unterstützt von der IG Milch - gegen die jüngste Preissenkung bei der Berglandmilch demonstriert. Die Milchbauern forderten die Rücknahme der Preissenkung und die Weitergabe der erhöhten Regalpreise.

Österreichs größte Molkerei hat mit 1. Jänner 2007 den Milchpreis für ihre Lieferanten um 2,2 Cent netto, das sind 7%, abgesenkt.

"Preissenkung unverständlich und unfair"

IG Milch-Obmann Ewald Grünzweil überbrachte die Forderungen der Bauern an Bergland-Obmann Anton Haimberger. "Fakt ist: Die Regalpreise für Milchprodukte im Handel sind deutlich gestiegen. Es ist daher nicht erklärbar, warum bei den Bauern jetzt weniger Milchgeld ankommt als vorher. Jubelmeldungen der VÖM über steigende Exporte und Rekorde im Außenhandel überschlagen sich. Weiters stocken die Molkereien ihr Eigenkapital massiv auf", so die Argumente der Milchbauern. Aufgrund dieser Tatsachen und der stabilen Entwicklung am Milchmarkt sei die jüngste Preissenkung unverständlich und unfair. Mit minus 2,2 Cent ist die Milchpreissenkung zudem deutlich höher als in den Jahren zuvor, wo Berglandmilch ihren Milchpreis mit erstem Quartal nur jeweils um 1 bis 1,5 Cent abgesenkt hat. Weiters haben die Berglandlieferanten nun den Zuschlag für die gentechnikfreie Fütterung in Höhe von 1 Cent verloren. Neben dem Einkommensverlust, den die Berglandbauern hinzunehmen hätten, gehe die Milchpreisspirale wieder nach unten los.

Andere Molkereien erhöhen Preise

Andere Molkereien, wie Alpenmilch Salzburg oder Käsehof haben die Milchpreise erhöht. Vor diesen Hintergründen sei die Preissenkung bei der Berglandmilch nicht argumentierbar. Die Milchbauern kritisieren weiters, dass Berglandmilch ihren Lieferanten im letzten Rundschreiben zu Weihnachten die Preissenkung verschleiert hat. Die bäuerlichen Funktionäre hätten nicht das Rückgrat gehabt, ihren Mitgliedern die Preissenkung mitzuteilen und zu erklären. Mit dieser Vorgangsweise werde das Vertrauen in ein bäuerliches Genossenschafts- und Funktionärswesen irreparabel geschädigt. Die Informationspolitik der Genossenschaft müsse besser werden.Berglandmilch-Obmann Anton Haimberger gab zwar zu, dass der Milchpreis im Jänner niedriger als vor einem Jahr sei, er ging aber weder auf die Forderungen und Argumente der Bauern ein, noch nannte er Gründe, warum der Milchpreis heuer im ersten Quartal gleich um 2,2 Cent gesenkt wurde. Haimberger: "Berglandmilch hat ihren Milchpreis im letzten Jahr in drei Schritten erhöht. Es kann nur ausbezahlt werden, was auch erwirtschaftet wird." Berglandmilch-Geschäftsführer Josef Braunshofer ließ sich in Aschbach nicht blicken.

Außerordentliche Gen



eralversammlung einberufen

Bereits Mitte Jänner hatten 1500 Landwirte in einem offenen Brief an den Bergland-Obmann gefordert, die Milchpreissenkung zurückzunehmen. Diese Forderung hat selbst Kärntens LK-Präsident Walfried Wutscher, gleichzeitig Obmann des Milchausschusses der LK Österreich, unterstützt. Wie es jetzt weiter geht, bleibt abzuwarten. In den nächsten Tagen berufen Milchbauern in mehreren Primärgenossenschaften der Berglandmilch außerordentliche Generalversammlungen ein, um einen Beschluss gegen die Milchpreissenkung zu fassen und Druck auf Vorstand und Geschäftsführung auszuüben.

Schlagworte

Berglandmilch, Preissenkung, Milchbauern, Obmann, Milchpreis, 2, 2, Bauern, Jänner, Österreich

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