Mit harscher Kritik haben die österreichischen Grünen Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich in die Weihnachtsfeiertage geschickt. "Berlakovich enttäuscht durch Verhindern und Blockieren", bilanzierte Agrarsprecher Wolfgang Pirklhuber die nunmehr dreijährige Amtszeit des Ministers.
Der Ressortchef strebe weder einen ernstzunehmenden Ausbau des Biolandbaus an noch setzte er auf eine offensive Kreislaufwirtschaft im Sinne der Ernährungssouveränität. Auch die Chancen einer offensiven Umweltpolitik zum Schutz des Grundwassers, der Biodiversität oder des Tierschutzes würden von ihm kleingeredet und mit dem Argument der EU-Konkurrenz auf einem möglichst niedrigen Niveau belassen. Während sich der Minister in groß angelegten Inseratkampagnen selbst inszeniert habe, sei die Substanz seiner Realpolitik "geradezu jämmerlich", monierte Pirklhuber. Als ein Minister, der ständig von Energieautarkie spreche, gleichzeitig aber nichts unternehme, um die österreichische Landwirtschaft und damit die Lebensmittelpolitik unabhängiger von fossiler Energie, Diesel, Mineraldünger und Pestiziden zu machen, entbehre Berlakovich jeder Glaubwürdigkeit.
Abentung: "Polit-Luftblase"
Verteidigt wurde der Minister vom Direktor des Österreichischen Bauernbundes, Johannes Abentung. Er wies die "grüne Globalkritik" an Berlakovich als "völlig hohle Polit-Luftblase" zurück. Zuletzt sei es Berlakovich als Verhandlungsführer für die Landwirtschaft immer wieder gelungen, die Bauerngelder im nationalen Budget zu sichern und jeden Euro aus Brüssel abzuholen. Zudem sei der Minister in der Bundesregierung ein Garant dafür, dass die Einkommen für alle heimischen Bauern gesichert würden: "Niemand wird bevorzugt oder benachteiligt". -AgE
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