Österreichs Agraraußenhandel erreicht Rekordniveau

Österreich fährt beim Außenhandel mit Gütern der Land- und Ernährungswirtschaft weiter auf Erfolgskurs und steuert auf ein Rekordjahr zu. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums hat der Wert der Agrarexporte in den ersten drei Quartalen 2011 nach vorläufigen Daten das Niveau der Vorjahresperiode von 6,7 Mrd. Euro um 19 % übertroffen.

Die Einfuhren von Landwirtschaftsgütern stiegen im selben Zeitraum weniger stark, nämlich um 13 % auf 7,1 Mrd. €. Daraus ergibt sich ein Importüberschuss von nur noch 400 Mio. €. Für das gesamte Jahr 2011 wird das agrarische Außenhandelsdefizit vom Ministerium auf 601 Mio Euro beziffert. Damit würde es um rund ein Drittel kleiner ausfallen als in den beiden Jahren davor. Die Entwicklung der Agrarexporte war in diesem Jahr in fast allen Gruppen positiv. Die stärksten wertmäßigen Steigerungsraten wurden bei Zuchttieren verzeichnet, wo es einen Sprung um 53 % auf 179 Mio Euro gab. Wichtigster Handelspartner dabei war die Türkei, die immer wichtiger für die Land- und Exportwirtschaft der Alpenrepublik wird. Österreich hat in den letzten zwölf Monaten die Agrarexporte dorthin vervierfacht.

35 % mehr Getreide exportiert

Die Ausfuhr von Fetten und Ölen erhöhte sich um 43 % auf 250 Mio. €. Bei Getränken gab es ein Plus von 38 % auf 2,05 Mrd €, während der Export von Mehl um 37 % auf 139 Mio. € zulegte. Bei Getreide erhöhten sich die Ausfuhren um 35 % auf 345 Mio. €. Die größten absoluten Zuwächse wurden bei Getränken mit 562 Mio. €, bei Fleisch und Fleischwaren mit 130 Mio. €, bei Gemüse- und Obstzubereitungen mit 113 Mio. € und bei Getreide mit 90 Mio. € registriert. Verantwortlich für diese Steigerungen waren laut Ministerium einerseits höhere Preise, so etwa bei Getreide, andererseits auch größere Mengen wie bei Zuchtvieh und Getränken. Hinter dem Erfolg bei Getränken dürfte auch der Boom um den Energy-Drink "Red Bull" stehen.

EU-Staaten wichtigste Handelspartner

Die wichtigsten Handelspartner Österreichs im Agrarbereich waren in den ersten drei Quartalen dieses Jahres unter Zugrundelegung der Warenwerte die EU-Mitgliedstaaten; 77 % der Ausfuhren gingen in Partnerländer, aus denen wiederum 84 % aller Einfuhren der Alpenrepublik stammten. Der wichtigste Handelspartner im Exportgeschäft war Deutschland mit einem Anteil von 32 %, gefolgt von Italien mit 13 %. Auf Großbritannien entfielen 3 % der österreichischen Agrarausfuhren, auf Frankreich 2,5 % und auf die Niederlande 2,4 %. Damit vereinten die fünf Länder in diesem Zeitraum wertmäßig insgesamt 53 % der österreichischen Agrarexporte. Minister Berlakovich wertete die aktuellen Außenhandelszahlen als einen weiteren großen Erfolg für die die Marke Österreich und die dahinterstehende Qualitätsstrategie. Den Grundstein dafür hätten die heimischen Bauern gelegt, die hervorragende, unverwechselbare Lebensmittel herstellten. Um diese Qualitätsorientierung abzusichern, brauche Österreich nicht nur eine optimale Vermarktung, sondern auch weiterhin eine starke Gemeinsame Agrarpolitik (GAP); nur so könne man den Weg einer nachhaltigen, kleinstrukturierten Landwirtschaft fortsetzen. -AgE

Schlagworte

Mio, Österreich, Mrd, Agrarexporte, Getreide, Getränken, Handelspartner, Zeitraum, Einfuhren, Quartalen

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