Endauszahlung Ernte 2017: Premiumweizen 155 bis 160 €/t netto

Autor: Torsten Altmann

Weizen 2017
Die Premiumqualitäten in der Endabrechnung 2017 dürften vermutlich zwischen 155 und 160 €/t netto liegen.
Quelle: Altmann

Die Endauszahlungspreise an Landwirte aus der Poolvermarktung der Ernte 2017 dürften für Premiumweizen zwischen 155 und 160 Euro/t, für Qualitätsweizen bei 145 bis 150 Euro/t und Mahlweizen bei 136 bis 140 Euro/t netto liegen. Dies geht aus Nachfragen bei mehreren niederösterreichischen Genossenschaften hervor. Bekanntlich legen die Lagerhäuser dieser Tage die Beträge für die Endauszahlung fest.

Ein Vergleich der Erzeugerpreise in Österreich mit denen in Bayern lässt laut AIZ erkennen, dass der Pool den heimischen Landwirten bessere Preise brachte als ihren deutschen Kollegen. Danach blieben den bayerischen Erzeugern im bisherigen Wirtschaftsjahr nach Abzug von Einlagerungskosten unterm Strich 153 Euro/t für den E-Weizen (vergleichbar Premiumweizen), 137 Euro/t für den A-Weizen (Qualitätsweizen) und 132 Euro/t für den B-Weizen (Mahlweizen).
 
Zudem kommen bei uns in einigen Fällen für so genannte Top-Weizenqualitäten ausgesuchter Sorten noch Prämien bis zu 5 Euro/t für den Landwirt dazu. Für Durum-Weizen sind Endauszahlungspreise um die 180 Euro/t zu hören und für Ölraps von 315 bis 320 Euro/t.
 
Ungewöhnliche Umstände für Vermarktung von Premiumweizen
 
Die Vermarktungskampagne der Ernte 2017 kämpfte insbesondere beim Premiumweizen mit einer ungewöhnlichen Marktlage. Zu Saisonbeginn konnte der Handel noch sehr hohe, deutlich über dem Niveau der Ernte 2016 liegende Preise erzielen. Die Erstnotierung des Großhandelsabgabepreises von Premiumweizen der Ernte 2017 an der Wiener Produktenbörse lag am 12. Juli 2017 bei 208 Euro/t. Bis zu seiner letzten Notierung am 16. Mai 2018 fiel die Notierung fast kontinuierlich auf 175 Euro/t ab.
 
Die Ursachen dafür sind ein insgesamt schwaches Umfeld der internationalen Weizenmärkte mit im Saisonverlauf gesunkenen Notierungen sowie der Umstand, dass die italienischen Mühlen aus der Ernte 2017 weniger Aufmischweizen aus Österreich benötigten als normal. Sie erhielten nämlich aus Frankreich eine überdurchschnittliche Basisweizenqualität.

Ungarn und Slowakei als Mitbewerber

Zudem brachten 2017 auch die Nachbarländer Österreichs, wie Ungarn oder die Slowakei, Weizenqualitäten ein, die mit heimischen mithalten. Diese Mitbewerber stellen sich damit ebenfalls am ohnehin kleiner gewordenen Markt Italien an und unterboten oftmals die Preisvorstellungen der österreichischen Anbieter. Um dabei nicht auf der Ware sitzen zu bleiben, mussten daher auch heimische Anbieter stete Abstriche bei ihren Preisforderungen akzeptieren.
 
Glück hatte, wer gleich zu Beginn des Wirtschaftsjahres Premiumweizen zu Fixpreisen vermarktet und von den in diesem Zeitraum noch höheren Preisen profitiert hat. Derartige Betrachtungen im Nachhinein lassen jedoch außer Acht, dass Marktentwicklungen im Vorhinein kaum zuverlässig vorherzusagen sind und spekulativer, mit Risiken verbundener Art sind.

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Euro, Premiumweizen, 2017, Ernte, Endauszahlung, 155, Endauszahlungspreise, Mahlweizen, Qualitätsweizen, 136

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