Aufatmen im Rübenanbau

Autor: Torsten Altmann

saatgut
Per Notfallzulassung darf 2019 mit Neonics gebeiztes Rübensaatgut eingesetzt werden.
Quelle: KWS

Für den Rübenanbau 2019 sind die Neonic-Wirkstoffe Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam zugelassen. Den entsprechenden Antrag der Rübenbauern-Vertretung auf Notfallzulassung hat das Bundesamt für Ernährungssicherheit (BAES) gestern genehmigt, wie Rübenbauern-GF Markus Schöberl gegenüber top agrar mitteilt.

Wermutstropfen laut Schöberl: Die Rübenbeize ist nur in Nieder- und Oberösterreich sowie in der Steiermark genehmigt worden. Die Landesregierungen in Wien und Burgenland haben sich dagegen ausgesprochen. Allein im Burgenland werden bisher rund 3.000 ha Rüben angebaut.  
Der Einsatz der Rübenbeize soll laut Rübenbauern-Verband helfen, den Rüsselkäfer und andere Schädlinge beim Anbau 2019 in den Griff zu bekommen. Heuer hat ja der Käfer in vielen Anbaugebieten riesige Schäden angerichtet (top agrar berichtete mehrfach).
Schöberl hofft, dass durch die Notfallzulassung viele Landwirte sich jetzt doch für den Rübenanbau im kommenden Jahr entscheiden. Bisher hatte die Agrana erst rund 26.000 ha Rübenanbaufläche kontrahiert. Durch die Zulassung der Neonics sollte die Anbaufläche wieder auf über 30.000 ha steigen, erwartet Schöberl. Somit sollten zudem auch beide Verarbeitungsstandorte erhalten bleiben können.

Mit einigen Auflagen verbunden

Mit der Notfallzulassung sind allerdings auch einige Auflagen für die Landwirte verbunden. So dürfen die pillierten Rüben z.B. nur mit bestimmten Sämaschinen gesät werden. Der Rübenbauern-Verband wird eine entsprechende Liste auf seiner Homepage bereitstellen. Bei pneumatischen Sägeräten ist zudem eine Abluftführung vorgeschrieben, so Schöberl weiter. Weitere wichtige Auflage: Als Folgekultur nach gebeizten Rüben dürfen nur Getreide oder Rispenhirse angebaut werden, weil sie als bienenunattraktiv eingestuft werden. Bei anderen Kulturen wie z.B. Mais oder Sonnenblumen bestehe ein Restrisiko, dass der Wirkstoff von Bienen aufgenommen werden könnte.

170 €/ha Anbauprämie

Um einen zusätzlichen Anreiz für den Rübenanbau zu bieten, wird es laut Schöberl im kommenden Jahr darüber hinaus eine Anbauprämie in Höhe von 170 €/ha geben. „Damit können die Betriebe dann zumindest ihre Saatgutkosten abdecken“, so Schöberl. Heuer haben bekanntlich viele Betriebe aufgrund des großen Käferdruckes ihre Rübenflächen ein zweites Mal anbauen müssen.
 

Schlagworte

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