Ist Hirse die Antwort auf den Klimawandel?

Autor: Lukas Weninger

Hirse
2016 war laut LK Oberösterreich kein optimales Jahr für Hirse, trotzdem haben sich die Bestände gut entwickelt. (Foto: LK OÖ)

Mit einer Anbaufläche von heuer 9.000 ha spielt die Hirse noch keine große Rolle in Österreich. Dennoch beschäftigen sich Landwirte und Landwirtschaftskammern mit dieser alten Kulturart. Könnte sie doch eine Antwort auf drohende Probleme durch den Klimawandel sein.

Auf knapp 9.000 Hektar in Österreich – davon 500 Hektar in Oberösterreich – wächst heuer Hirse. „Das mag bei einer Ackerfläche von insgesamt 1,4 Millionen Hektar in Österreich wenig erscheinen, aber es zeigt, dass sich die Landwirtschaft mit einer Kultur beschäftigt, die langfristig an Bedeutung gewinnen könnte“, umreißt Franz Reisecker, Präsident der LK Oberösterreich, die aktuelle Situation des Hirseanbaues in Österreich.

Hirse gehört botanisch – so wie die anderen Getreidearten – zu den echten Gräsern. Sie spielt global gesehen vor allem in trockenen Gebieten eine große Rolle und ist für viele Menschen das Grundnahrungsmittel. Weltweit schätzt man den Hirseanbau auf etwa 80 Millionen Hektar. Vor allem in Afrika und Asien (Indien) spielt der Anbau eine große Rolle.

Mehrere Gründe sprechen auch für die heimischen Bäuerinnen und Bauern dafür, sich verstärkt mit dem Anbau von Hirse zu beschäftigen:

  • Hirse ist – aufgrund ihrer Abstammung bzw. Herkunft – eine sehr trockenresistente Kulturpflanze. Unter dem Aspekt, dass künftig Hitze und Trockenheit vor allem im Sommer zunehmen könnten, ist die Hirse laut LK OÖ eine Kulturpflanze mit Zukunft. Zugegebenermaßen konnte Hirse im heurigen Sommer diese Vorteile nicht ausspielen.
  • Trends wie vegetarische oder vegane Ernährung machen die Hirse als Nahrungsmittel zunehmend interessant.
  • Hirse könnte eine Alternative für maisbetonte Fruchtfolgen werden, um den Maiswurzelbohrer (Diabrotica) in Schach zu halten.

Umfangreiches Versuchswesen der Landwirtschaftskammer

Die Landwirtschaftskammer OÖ beschäftigt sich schon seit längerem mit dem Hirseanbau. Heuer gibt es insgesamt 13 Versuche, um die besten Sorten für einen künftig großflächigeren Anbau in Oberösterreich herauszufinden. „Obwohl das Jahr 2016 für die Hirse nicht wirklich optimal war, haben sich die Bestände gut entwickelt und wir rechnen mit einer ansprechenden Ernte“, betont Reisecker. Hirse könnte somit eine Antwort auf den Klimawandel sein bzw. kann diese Kulturpflanze ein Baustein der Klimawandel-Anpassungsstrategie werden.


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