Schweiz unterzeichnet Europa-Soja-Erklärung

Autor: Beate Kraml

Europa Soja Erklärung
Unterzeichnung der Europa Soja Erklärung.
Quelle: Herr Csaba Pelsőczy

Die Schweiz unterstützt absofort den Anbau von Leguminosen in Europa. Während der Grünen Woche 2019 unterzeichnete der Schweizer Agrarminister die Europa Soja Erklärung. Ziel ist es, die Lebensmittelversorgung auf der Welt zu verbessern und die natürlichen Ressourcen nachhaltig zu nutzen, heißt es in einer Aussendung von Donau Soja.

Bereits 18 EU-Agrarminister (darunter im Jahr 2017 Italien, Frankreich, die Niederlande, Österreich, Rumänien, Polen, Deutschland und Finnland sowie 2018 Montenegro, Moldawien, Kosovo und Mazedonien) haben die von Deutschland, Österreich, Ungarn und dem Verein Donau Soja auf den Weg gebrachte Europäische Soja-Erklärung unterzeichnet. Mit der Schweiz ist im Rahmen der Grünen Woche 2019 in Berlin ein weiteres Land hinzugekommen.

Die Europäische Soja-Erklärung soll Europa auf dem Weg zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDGs - Sustainable Development Goals) einen Schritt weiterbringen. Sie zielen darauf ab, die Lebensmittelversorgung auf der Welt zu verbessern und die natürlichen Ressourcen nachhaltig zu nutzen. Eiweißpflanzen können dazu einen entscheidenden Beitrag leisten. Soja, Erbsen sowie Ackerbohnen bringen mehr Diversität in die EU-Landwirtschaft und verringern das Risiko, dass Kulturen von Krankheiten befallen werden - besonders bei Getreide. Obendrein binden diese Pflanzen Stickstoff im Boden und ermöglichen den Bauern, den Einsatz von Pestiziden zu reduzieren, heißt es in dem zweiseitigen Papier.

Noch werden wenige Leguminosen in Europa angebaut, das soll sich aber ändern. Mit der Europäischen Soja-Erklärung sprechen sich die EU-Agrarminister für eine Ausweitung des Anbaus der stickstoffsammelnden Pflanzen sowie einer verstärkten Investition in Züchtung und Forschung der selbigen Pflanzen aus.

Schweiz als Vorreiter bei nachhaltigem Soja

Die Schweiz zeigt, dass man auch mit einem kleinen Volumen an Nachfrage und Anbau globaler Rohstoffe eine große strategische Rolle spielen kann. Als Initiatorin der Basler Kriterien und als einziges Land der Welt, das ausschließlich nachhaltiges zertifiziertes und gentechnikfreies Soja importiert, hat sie weltweit eine wichtige Rolle für die Entwicklung von nachhaltigem Soja gespielt.

Das Soja-Netzwerk, ein freiwilliger Zusammenschluss von 29 Organisationen, sorgt dafür, dass die Schweiz den eingeschlagenen Weg konsequent weitergeht: Verantwortungsbewusst und GVO-frei erzeugtes Soja wird als Grundleistung für die Fleisch-, Eier- und Milcherzeugung importiert und damit eine Differenzierung für alle Partner der Wertschöpfungskette geschaffen. "In der Schweiz sind die Herkunft und die Produktionsmethode von Futtermitteln sehr wichtige Elemente und Grundlage für eine zukunftsgerichtete tierische Erzeugung. Die Zusammenarbeit der Branche als Antwort auf die ökologischen sowie sozialen Probleme des Soja-Anbaus bringt allen Beteiligten einen Mehrwert und stärkt die Positionierung unserer Land- und Ernährungswirtschaft. Europäisches Soja ist in diesem Kontext wichtig", unterstreicht Netzwerk-Präsident Martin Rufer.

Die Schweiz hat in den vergangenen vier Jahren den Anteil von Soja aus Europa von rund 1% auf 40% erhöht und ist damit Vorreiter. Bereits 22 Unternehmen und Organisationen des Landes sowie das Soja-Netzwerk sind aktive Mitglieder bei Donau Soja. "Freiwillige Lösungsansätze von Marktteilnehmern sind besser als Interventionen und Vorgaben des Bundes. Das Soja-Netzwerk sollte Mut machen, in anderen Märkten ähnliches zu realisieren", unterstreicht Agrarminister Guy Parmelin dessen Pionierfunktion.

Anbauflächen und Ertragspotenzial

Vor allem in Zentral- und Osteuropa ist das Potenzial zur Ertragssteigerung hoch und es gibt noch einige Flächen, die sich für den Anbau von Leguminosen eigenen. Donau Soja ist dazu eine strategische Partnerschaft mit der Austrian Development Agency eingegangen. "Es geht einerseits um den effizienteren Anbau, aber auch um den Aufbau von Wertschöpfungsketten. Mehr Anbau hilft nicht, wenn es dann nicht nachgefragt wird. Umso mehr freuen wir uns, dass sich die Schweiz als wichtiger Abnehmer nun offiziell mit ihrer Unterzeichnung dazu bekannt hat", so Matthias Krön, Obmann von Donau Soja.

Die Sojaerzeugung hat sich zwischen 2011 und 2018 mehr als verdoppelt. "Das Ziel ist nicht eine 100%-ige Unabhängigkeit von Importen, doch soll sich Europa in Sachen Eiweißversorgung mehr auf eigene Beine stellen und das tun, was unserer Landwirtschaft und Wirtschaft guttut", so Krön weiter.

Schlagworte

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