Land schafft Leben zeigt Weg des Zuckers

Zuckerrübe
In Österreich werden fast 80% der Zuckerrüben in Niederösterreich produziert.
Quelle: Agrana/Schedl

Wussten Sie, dass 70% des heimischen Zuckers in Limonaden und Süßigkeiten verarbeitet werden? Oder, dass das kleine Österreich weltweit im Vergleich der Rüben-Anbauflächen an 13. Stelle liegt? Diese und weitere Aspekte hat der Verein Land schafft Leben zusammengetragen und auf seiner Homepage veröffentlicht. Auch das Thema Glyphosat spielte bei den Recherchen zum Zucker eine Rolle.

Der Zucker ist eines der beliebtesten Lebensmittel der Österreicher. 33 Kilo verzehren wir im Schnitt pro Jahr, Tendenz leicht sinkend. In Europa werden ausschließlich Zuckerrüben angebaut, auf allen anderen Kontinenten dominiert das Zuckerrohr. Rohrzucker drängt auch auf den europäischen Markt. Vor dem Supermarktregal können Konsumenten zwischen den einzelnen Zuckerarten wie beispielsweise Kristall-, Staub- oder Kandiszucker wählen, zwischen Zucker aus konventioneller Landwirtschaft und Bio-Zucker genauso wie zwischen Rüben- oder Rohrzucker.

Brauner Zucker ist nicht das „Vollkornprodukt“

Der in vielen Keksrezepten als Zutat angeführte Rohrzucker unterscheidet sich in der chemischen Zusammensetzung nicht vom weißen Rübenzucker. Der Unterschied besteht im Anbau und in der Verarbeitung. Um braunen Zucker herzustellen, lässt man weißen Kristallzucker karamellisieren und fügt Zuckerrohrsirup hinzu. Weißer Kristallzucker, der auch den größten Anteil von Braunzucker ausmacht, kann dabei aus der Rübe oder aus dem Zuckerrohr stammen. Brauner Zucker hat in minimalem Ausmaß zusätzliche Inhaltsstoffe. Er ist nicht das “Vollkornprodukt des Zuckers” - es gibt ernährungsphysiologisch keine großen Unterschiede zu weißem Zucker. Auch Rohrzucker ist rein weiß, wenn er von allen Nicht-Zucker-Substanzen getrennt wird.

Königin des Ackers

Erfolgreich Zuckerrüben anzubauen, ist eine große Herausforderung. Daher wird die Rübe als „Königin des Ackers“ bezeichnet. Rübenbauern sind nicht nur Rübenbauern. Sie kultivieren immer mehrere Ackerkulturen und bauen auf einem Feld nur alle paar Jahre Rüben an. Das umstrittene Glyphosat, dessen Zulassung erst kürzlich um fünf Jahre verlängert wurde, spielt bei der Aussaat im konventionellen Anbau eine wichtige Rolle. Es vernichtet das Unkraut und macht den Weg für die Rübenpflänzchen frei. Ohne Glyphosat müssen die Bauern die oberste Schicht des Bodens umackern. Wind und Wasser könnten dabei wertvollen Humus abtragen. Während die Rüben heranwachsen, wird kein Glyphosat mehr ausgebracht und im Zucker gibt es keine Glyphosat-Rückstände.

Rund 2,2 Prozent der Rübenanbaufläche in Österreich werden biologisch bewirtschaftet. Verarbeitet werden die österreichischen Zuckerrüben in zwei Fabriken, in Tulln und Leopoldsdorf im Marchfeld. Etwa 70 % des heimischen Zuckers landen in verarbeiteten Lebensmitteln wie Limonaden und Süßigkeiten. Die restlichen 30 % werden direkt an Konsumenten verkauft und in den Haushalten zum Backen und Süßen von Speisen verwendet.

ZR
Verarbeitet werden die österreichischen Zuckerrüben in zwei Fabriken in Tulln und Leopoldsdorf im Marchfeld.
Quelle: Land schafft Leben, 2017

Ende der Zuckerquote ließ Preise fallen

Österreichischer Zucker hat im Inland einen hohen Stellenwert. Dennoch könnte es bald wesentlich weniger österreichische Zuckerrüben geben. Bis September 2017 verhinderte die EU mit einer Anbauquote, dass einzelne Länder zu viel Zucker produzierten und es ein Überangebot am Markt gab. Mittlerweile ist die sogenannte Zuckerquote Geschichte, was zu sinkenden Preisen führte. Bereits 2017 bauten beispielsweise Deutschland und Frankreich auf je 20 % mehr Fläche an als 2016. Österreich reduzierte als einziger bedeutender Zuckerproduzent die Rübenanbaufläche und damit die zu erwartende Erntemenge, um einem noch niedrigeren Preis entgegenzuwirken. Entspannt sich die Preislage nicht, könnten viele Bauern bald auf einen Rübenanbau verzichten.

Quelle: Youtube

Verein bildet Weg des österreichischen Zuckers ab

Auf der Webseite www.landschafftleben.at können sich Konsumenten ab 5. Dezember informieren, wie österreichischer Zucker erzeugt und verarbeitet wird. Das Team von Land schafft Leben war unter anderem bei Rübenbauern und Beratern, in Österreichs größter Zuckerfabrik in Tulln und bei der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit AGES. Der Weg des Zuckers führt bis in eine K&K-Hofbäckerei, wo Konsumenten einen Einblick in die Tradition der österreichischen Zuckerbäckerei bekommen.

Schlagworte

Zucker, Rohrzucker, Zuckerrüben, Woher, Zuckers, Glyphosat, Zuckerrohr, Konsumenten, österreichische, Rübenanbaufläche

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