Aktivieren Sie das Leben unter der Grasnarbe Plus

Für die Bodenfruchtbarkeit im Dauergrünland sind Bodenorganismen entscheidend.Wie Sie das Bodenleben aktivieren, darüber informieren Fachleute der HBLFA Raumberg-­Gumpenstein und von Bio Austria.

Zwischen 7 500 und 10 000 kg bzw. soviel wie 15 bis 20 GVE wiegen die Bodenorganismen unter einem Hektar Grünland. Sie setzen sich zusammen aus der Bodenflora (Bakterien, Pilze, Algen) und Bodenfauna (Bodentiere). Die Bodenorganismen stellen unterschiedliche Ansprüche an den Sauerstoffgehalt im Boden.

Aerobe benötigen molekularen Sauerstoff (O2) zur Atmung. Sie dominieren daher in lockeren, gut durchlüfteten Böden. In wassergesättigten Böden können aufgrund von Sauerstoffmangel nur noch anaerobe Bodenmikroorganismen überleben. Besonders empfindlich gegenüber Sauerstoffarmut im Boden reagieren Bodentiere. Viele Arten ersticken in wassergesättigten Böden durch Sauerstoffmangel.

Günstige Verhältnisse schaffen:

Die Leistungen der Bodenorganismen für die Bodenfruchtbarkeit werden von den lokalen Umweltbedingungen (Klima, Boden, Vegetation) und vom Nahrungsangebot bestimmt. Ein intaktes Bodenleben erfordert günstige Bodenverhältnisse. Dafür sind ausreichend Bodenhohlräume, Wärme, Wasser, Sauerstoff, mineralische Nährelemente und ein optimaler pH-Wert notwendig.

Die wichtigste Funktion der Bodenorganismen im Grünlandökosystem ist, organische Substanzen abzubauen und die darin enthaltenen Nährelemente in die jeweiligen Stoffkreisläufe rückzuführen. Bodenmikroorganismen (Bakterien und Pilze) scheiden organische Säuren und Enzymen aus. Damit setzen sie mineralische Nährelementen aus Düngemitteln, Tierexkrementen, organischen Substanzen, Gesteins- und Bodenmineralen frei und verbessern letztlich Nährelementaufnahme durch die Grünlandpflanzen. In der mikrobiellen Biomasse werden beträchtliche Mengen an Nährelementen vorübergehend gespeichert. Die Nährstoffverluste durch Auswaschung oder durch Entweichen gasförmiger Stickstoffverbindungen werden dadurch reduziert. Wenn Mikroorganismen absterben oder kleine Bodentiere (Bakterienfresser, Pilzfresser) Bakterien und Pilzhyphen „abweiden“, werden die in der mikrobiellen Biomasse gespeicherten Nährelemente großteils wieder freigesetzt – diese können von den Pflanzenwurzeln aufgenommen werden.

Mykorrizapilze hegen und pflegen:

My-korrhizapilze und stickstoffbindende Bakterien kommen in Grünlandböden häufig vor. Mykorrhizapilze bilden eine Symbiose mit den Grünlandpflanzen. Sie erhöhen vor allem die Wasser- und Phosphataufnahme durch die Wirtspflanze, wenn die Verfügbarkeit im Boden gering ist.

Knöllchenbakterien binden in den Wurzeln von Leguminosenpflanzen Luftstickstoff. Durch diese symbiontische...

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