Bringen Sie geschädigtes Grünland wieder in Form Premium

(Bildquelle: topagrar.at)

Wenig Niederschläge, hohe Temperaturen, Engerlings-Invasion: In vielen Teilen Österreichs wurde das Grünland 2018 ordentlich in Mitleidenschaft gezogen. Wie Sie geschädigte Flächen heuer wieder in Form bringen können, erfahren Sie von Peter Frühwirth.

Die Ausgangslage für das Grünland im heurigen Frühjahr ist geprägt durch die Auswirkungen der Vegetationsperiode 2018: Weit unterdurchschnittliche Niederschläge von April bis September bei gleichzeitig den höchsten Tagesmitteltemperaturen der letzten Jahre. Diese weit offene Schere zwischen Niederschlag und Temperatur ist für die Grünlandbestände eine große Belastung.

In dieser extremen Situation hat der Fraß des Engerlings als zusätzlicher Stressfaktor für viele Grünlandflächen das Aus bedeutet. In Gebieten mit 400 Maikäfer-Engerlingen pro m² werden heuer ca. 16 GVE Engerlinge pro ha an den Wurzeln fressen. Da ist schon was los im Boden. Darum ist die Bekämpfung notwendig. Zumindest dort, wo es der Engerling des Maikäfers ist (siehe Kasten S. 24). In den Junikäfer-Gebieten ist heuer ein Flugjahr zu erwarten; mit Fraßschäden ist nicht zu rechnen.

16 GVE/ha Engerlinge!

Auf aus dem Jahr 2018 stark geschädigten Junikäfer-Flächen ist eine Nachsaat im Frühjahr, wenn der Boden gut abgetrocknet ist und der Bestand gerade beim ersten Ergrünen ist, zu empfehlen. Bei starker Schädigung sind Saatmengen um die 20 bis 25 kg/ha notwendig.

Ist der Bestand vollkommen zerstört und haben sich im Herbst bereits Unkräuter wie das Hirtentäschel etabliert, dann wird eine seichte Bodenbearbeitung (Kreiselegge) mit Neuanlage der bessere Weg sein: Mit Hafer (70 kg/ha) als Deckfrucht und die Grünlandmischung obenauf gesät. Anschließend müssen Sie jedenfalls sorgfältig mit Profilwalze rückverfestigen (langsam fahren!).

Großflächige reine Trockenheitsschäden sind eher selten. Sollten diese vorhanden sein, ist wie bei den durch den Junikäfer-Engerling verursachten Schäden vorzugehen, mit Schwerpunkt Nachsaat. Je nach Frühjahrswitterung und wie sich die Nachsaat entwickelt, ist eine Wiederholung mit einer geringeren Saatmenge (ca. 15 kg/ha) im Laufe des August zu empfehlen.

Hat man es mit dem Maikäfer-Engerling zu tun, dann lässt sich das Grünland nur mit einer Bekämpfung wieder in Form bringen. Hier gilt: Keinesfalls vor Ende Mai bearbeiten. Das bedeutet − je nach Schnitthäufigkeit − nach dem ersten oder nach dem zweiten Schnitt. Die Engerlinge beginnen zwar bereits im Laufe des April nach oben in den Wurzelhorizont aufzusteigen, es muss aber abgewartet werden, bis möglichst alle Engerlinge heroben sind, um auch einen ausreichenden Erfolg sicherzustellen.

Engerlingschäden sanieren:

Wir empfehlen neben der Pilzgerste vor allem die mechanische Bekämpfung. Denn sie ist sicher und sehr wirksam und kostet zudem vergleichsweise weniger. Zudem wird damit auch ein neuer Grünlandbestand angelegt. Dieser erschwert bei entsprechender Folgebewirtschaftung über mehrere Flugzyklen hinweg eine neuerliche starke Eiablage.

Für die Festlegung des zu bekämpfenden bzw. zu behandelnden Flächenausmaßes soll man sich keinesfalls nur auf die Fläche mit den sichtbaren Schäden (abgestorbene Grasnarbe) ...

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