„Die Mäuse fressen uns alles auf“ Plus

Egal ob Getreide, Zuckerrüben oder jetzt der Winterraps. Die Mäuse im Weinviertel schlagen sich die Bäuche voll. Die Schäden für die Landwirte sind teils katastrophal. Und die Politik schaut zu.

Kahle Begrünungen, abgefressene Flächen in den Winterkulturen, unzählige Mäuselöcher in Felder und Böschungen. Dieses Bild bot sich mir, als ich mir kürzlich das Ausmaß der Mäuseplage im Weinviertel ansah.

Doch das ist laut den betroffenen Landwirten nicht vergleichbar zu den Schäden im Sommer. Dort haben sich die Mäuse so dermaßen vermehrt, dass sie ganze Getreideäcker kahlgefressen haben. „Drei Hektar Wintergerste haben sie bei mir komplett verputzt. Die Fläche hat ausgesehen, als wäre der Mähdrescher schon gefahren“, erzählt Josef Breyer aus Velm-Götzendorf.

70 bis 100% Ertragsverluste

Neben dem Getreide machten die Mäuse auch vor den Marillenbäumen des Landwirts nicht Halt. Durch die Schäden am Stamm erwartet er, dass die vor drei Jahren gepflanzten Bäume absterben werden. Bis er wieder eine gute Ernte hat, ergeben sich für Breyer Folgeschäden von bis zu 100000 € auf 10 ha Steinobstfläche.

Auch Alois Epp aus Jedenspeigen musste große Ertragsverluste hinnehmen. Der Ackerbauer rechnet mit einem Schaden von bis zu 20000 € durch den Mäusefraß. „Letztes Jahr war es der Rüsselkäfer, heuer die Mäuse. Der Klimawandel kommt dann auch noch dazu“, fasst er zusammen.

Mit 10 bis 15% Schaden hätte sich Acker- und Weinbäuerin Edith Pfeiffer aus Hausbrunn auch noch zufriedengegeben. Bei ihr haben die Mäuse allerdings 70% der Wintergerste gefressen. Aktuell mausen die Schädlinge im Winterraps. Hektarweise musste sie jetzt schon nachbauen. Kosten: 180€/ha. Für Pfeiffer ergeben sich zudem Ertragsverluste bei Wintergerste und Durum von insgesamt 14000 €.

Und das trotz zahlreicher Maßnahmen, die sie gesetzt hat: „Alle 200 Meter haben wir Sitzstangen für Greifvögel aufgestellt. Zusätzlich haben wir sündteuren Köderweizen in die Mäuselöcher gestreut und Schwefellinsen im Weingarten ausgebracht, um die Mäuse zu vergrämen. Das hat nur wenig geholfen.“ Auch Epp und Breyer investierten je mehrere 100 €, um den Mäusen Herr zu werden. Ohne Erfolg!

Es ging alles viel zu schnell

Dass es so schlimm wird, hätte keiner im Herbst 2018 vermutet. Dort verursachten die...


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