Pflanzenschutz: Stellen Sie sich dabei aufs Wetter ein!

Das Wetter beeinflusst die Wirksamkeit von Pflanzenschutzmitteln stark. Lesen Sie hier, wie Sie das bei der Ausbringung der Mittel berücksichtigen sollten.

Bei jeder Maßnahme in der landwirtschaftlichen Praxis, so auch beim Pflanzenschutz, gilt: Der Wetterbericht sagt nicht alles! Wussten Sie beispielsweise, dass die in Wetterberichten angegebene Temperatur 200 cm über gemähtem Gras gemessen wird?

Doch Pflanzen wachsen auf dem Boden. Sieht man sich an einem sonnigen Tag den Temperaturverlauf in unterschiedlichen Höhen an, zeigt sich dies: In Bodennähe ist es morgens kälter, tagsüber aber wärmer als in 200 cm Höhe (siehe Übersicht 1).

Blätter als Heizelement

Wie kommt das? Die Sonne erwärmt die Pflanzen, und diese erwärmen danach die Luft, nicht umgekehrt (Nettostrahlung positiv). Tagsüber sind Bodenoberfläche und Pflanzen dadurch wärmer als die Umgebungsluft. Die Blätter der Pflanzen fungieren als Heizelement. Der Unterschied zwischen Blatttemperatur und Lufttemperatur in 200 cm Höhe kann bis zu 10°C betragen. Nachts ist die Nettostrahlung negativ, und Blätter und Bodenoberfläche kühlen die Luft ab. Die niedrigsten Temperaturen finden wir dann am Boden und in Blattnähe.

Beim Pflanzenschutz wird der Temperatur große Bedeutung beigemessen. Doch andere meteorologische Faktoren haben eine größere Wirkung, wie z.B. die Luftfeuchtigkeit, die Blattnässedauer und der Niederschlag. Der Großteil aller Pflanzenschutzmittel muss oberirdisch von den Blättern oder dem Stängel aufgenommen werden. Blätter und Stängel sind jedoch durch eine (tote) Blatthaut geschützt. Das Pflanzenschutzmittel muss dieses Hindernis überwinden, um in die lebenden Teile des Blattes aufgenommen zu werden.

Formulierungen wichtig

Formulieren heißt, Wirkstoffe und Hilfsstoffe so zu kombinieren, dass der Wirkstoff gut verteilt werden kann. Wirkstoffe lösen sich entweder in öligen Stoffen oder sie vermischen sich mit wässrigen Verbindungen. Etwa 95% aller Formulierungen sind wässrig. Berücksichtigen Sie dies im Zusammenhang mit der gewünschten Aufnahmegeschwindigkeit, und denken Sie dabei auch an den Einfluss der Wetterfaktoren.

Beispielsweise werden Kontaktherbizide wie Rimsulfuron (Titus) nach ein paar heißen, trockenen Tagen nicht aufgenommen. Der Zusatz von Penetrationshilfsstoffen (wie z.B. Mineralölen oder Netzmittel bei Sulfonylharnstoffen) ist dann notwendig. Wässrige Formulierungen erkennt man am Zusatz der Buchstaben SL, EW, SC, CS oder WG zum Produktnamen oder auf dem Etikett (zum Beispiel: Elumis Eco WG Pack oder Mystic 250 EW). Relative Luftfeuchtigkeit (rF), Bodenfeuchtezustand und...


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