„Schluss mit der Zettelwirtschaft!“ Plus

Müssen Sie auch oft lange danach suchen, welchen Dünger Sie auf welchem Schlag ausgebracht haben? Mit der digitalen Ackerschlagkartei „Farmdok“ können Landwirte mit der Zettelwirtschaft Schluss machen. Wir haben uns bei den Erfindern und Landwirten über die App informiert.

Unsere insgesamt rund 90 ha Acker setzen sich aus ca. 70 Feldstücken zusammen“, erzählt Wolfgang Dietl aus Strengberg. „Die Dokumentation aller ackerbaulichen Maßnahmen nimmt schon sehr viel Zeit in Anspruch.“ Oftmals war es für den Landwirt nach einem langen Arbeitstag schwer nachzuvollziehen, auf welchem der vielen kleinen Feldstücke er welche Dünge- oder Pflanzenschutzmaßnahme durchgeführt hatte.

ALLES AUF SMARTPHONE-APP

Schon lange war er diese zeitraubende Zettelwirtschaft leid. Deshalb kam es ihm vor etwa drei Jahren sehr gelegen, dass ihm Landwirtskollege Peter Prankl aus Wieselburg Abhilfe für dieses Problem anbot. Der Tüftler hatte nämlich zuvor gemeinsam mit seinen Brüdern Johann und Andreas sowie Franz Heinzlmaier eine Farm Management Software und digitale Ackerschlagkartei entwickelt.

Per Smartphone und mobiler App können so alle Maßnahmen am Feld aufgezeichnet werden. Peter Prankl hatte 2009 den Betrieb daheim mit knapp 30 ha Gesamtfläche sowie Mutterkuhhaltung übernommen. Schnell kam ihm die Idee, die Dokumentation am Feld zu vereinfachen.

„Zu dieser Zeit führte ich immer noch ein Bücherl am Traktor mit, in das ich die jeweiligen Arbeiten eingetragen habe, so der Landwirt. „Aber ganz ehrlich, davon vergisst man dann auch wieder viel oder man muss ewig suchen.“ Prankl dachte deshalb über die Möglichkeit nach, alle Arbeiten am Handy aufzeichnen zu können.

Startschuss mit ÖPUL 2014

Den letzten Anstoß dafür erhielt er im Jahr 2014 mit dem Beginn des neuen ÖPUL-Zeitraumes. Das wäre eine gute Gelegenheit, dachte sich der Jungunternehmer. Gemeinsam mit den Brüdern und dem ebenfalls aus der Landwirtschaft kommenden Franz Heinzlmaier machte er sich an die Arbeit.

Während letzterer und Peter Prankl als Praktiker vor allem den landwirtschaftlichen Input lieferten, waren Andreas und Johann Prankl federführend bei der technischen Entwicklung. Andreas hat zuvor in IT-Projekten eines Automobilunternehmens gearbeitet und bringt somit wichtiges technisches Knowhow mit.

Und Bruder Johann, der in Elektrotechnik promoviert hat, ist vorher als Automatisierungstechniker im Roboterbereich tätig gewesen. „Als wir 2014 mit der Entwicklung der Smartphone-App für die Feldarbeit begannen, hatten bereits 60% der Landwirte ein Smartphone“, erklärt Andreas Prankl. Deshalb sei dies genau der richtige Startzeitpunkt gewesen. Heute hat schon fast jeder ein Smartphone.

Rund ZWEI JAHRE ENTWICKLUNG

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