Wenn Schwarzkittel das Grünland zerfurchen Premium

(Bildquelle: topagrar.at)

Wildschweine richten im Grünland immer wieder enorme Schäden an. Mit den folgenden Tipps können Sie Ihre Wiesen und Weiden gezielt und effektiv erneuern.

Die durch Wild im Grünland verursachten Schäden haben in der Vergangenheit zahlenmäßig und auch in ihrer Schwere deutlich zugenommen. Dabei ist ein überwiegender Teil aller auftretenden Wildschäden auf dem Grünland den Wildschweinen zuzuordnen.

Flächenleistung sinkt:

Gründe für das häufigere Auftreten von Wildschäden sind milde Winter und eine verbesserte Futterbasis, die zu einer drastischen Steigerung der Populationen führen.

Der Silomais, der eine hohe Anziehungskraft auf Wild allgemein und vor allem auf Wildschweine hat, gewinnt aufgrund seiner Bedeutung für den Futterbau in der Milchwirtschaft und als Biomasse für Biogasanlagen an Fläche. Größere Schläge bieten den Wildschweinen mehr Deckung. Hinzu kommt, dass die Abschusspläne in manchen Revieren nicht voll erfüllt werden können. Da die waldreichen Regionen heute oft auch Urlaubs- und Erholungsgebiete sind, werden Wildschweine häufiger auf weniger belebten Flächen aktiv. Dort treten die Wildschäden dann auf.

Eine Folge von Grünlandaufbrüchen und nicht erfolgreich beseitigten Schäden ist eine deutlich höhere Beanspruchung der Maschinen und Geräte, die auf den Flächen zur Bewirtschaftung und Pflege eingesetzt werden. Nicht selten kommt es sogar zu Brüchen und Defekten. Durch die Unebenheiten auf dem Grünland sinkt die Flächenleistung der Grünlandbewirtschaftung, was zu einer zusätzlichen Kostenbelastung führt, aber auch indirekt ein erhöhtes Ernterisiko darstellt.

Nicht zuletzt führen Unebenheiten in der Narbe und die stärkere Aufnahme von Erde zu höheren Roh-aschegehalten, sinkenden Energiegehalten im Futter und höherem Mikroorganismenbesatz mit Fehlgärungen, Ernährungsproblemen und Leistungsabfall bei den Nutztieren.

Wie groß ist der Schaden?

Generell kann man die Schäden nach flächenmäßigem Anteil an der Grünlandnarbe oder nach der Tiefe des Umgrabens einteilen.

Bei flachen Schäden, die die Bearbeitbarkeit der Fläche nicht erschweren, hängt die Sanierungsmaßnahme vom betroffenen Flächenanteil ab. Die Vorgehensweise ist somit vergleichbar mit der bei anderen Schäden im Grünland, z. B. durch Mäuse oder bei Auswinterungsschäden. Die Übersicht unten zeigt Beispiele und Entscheidungsvorschläge zu Über- und Nachsaat. Um die Schadfläche abschätzen zu können, sollten Sie zunächst alle Schäden vor dem geistigen Auge in eine Ecke „schieben“ und dann das Verhältnis zur Gesamtfläche prozentual beziffern.

Sollte der Extremfall von mehr als 50 % Lücken ohne starken Schadpflanzenanteil im Bestand auftreten,...

Verpassen Sie nichts mehr!

Erhalten Sie Zugriff auf diesen und alle weiteren relevanten Beiträge sowie auf unsere exklusiven Newsletter. Testen Sie jetzt ganz unverbindlich.

30 Tage kostenlos testen
Mehr erfahren


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen