Wie der Klimawandel unsere Landwirtschaft beeinflusst Plus

Wie sich die Temperaturen und Niederschläge in Österreich durch den Klimawandel verändern dürften, erläutert Klaus Haslinger von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik.

Der Klimawandel ist bei uns angekommen!“ Eine vielfach wahrgenommene Aussage, die vor allem während der Hitzeperioden des Sommers 2018 durch den medialen Blätterwald rauschte. Nicht verwunderlich, war doch das Jahr 2018 laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Österreich das wärmste Jahr der Messgeschichte seit 1768. Und dies ging im Sommer mit teils extremer Hitze und gebietsweise markanter Trockenheit einher.

2° C Temperaturanstieg

Nüchtern betrachtet ist der Klimawandel nicht erst im Jahr 2018 bei uns angekommen. Wir leben schon Jahrzehnte und Jahrhunderte in einem durch das menschliche Handeln beeinflussten Klima. Seit der letzten kälteren Klimaperiode, der „kleinen Eiszeit“ die Mitte des 19. Jahrhunderts zu Ende ging, sind die Temperaturen in Österreich um etwa 2 °C gestiegen.

Die stärksten Erwärmungsraten sind dabei in den letzten Jahrzehnten zu verzeichnen – dies vor allem in den Sommermonaten. Die direkten Folgen dieser Temperaturzunahme sind häufiger auftretende Hitzewellen. Das lässt sich durch die Veränderung der Anzahl der Hitzetage (Tagesmaximum der Lufttemperatur >30° C) anschaulich zeigen. Im Gegensatz zur Temperatur lässt sich beim Niederschlag kein eindeutiger Trend seit Beginn der Aufzeichnungen (Anfang des 19. Jahrhunderts) feststellen. Die Schwankungen von Jahr zu Jahr sind groß. Niederschlagsreichere Jahrzehnte wechseln sich mit eher trockenen Zeitabschnitten ab. Das mitunter subjektive Befinden, dass die Sommer immer trockener werden, ist bis jetzt aus rein klimatologischer Sicht nicht eindeutig nachweisbar.

Für den Bodenwasserhaushalt und somit für die Biosphäre jedoch genauso wichtig wie der Niederschlag ist die Verdunstung. Diese hat nachweislich in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. Die Gründe dafür sind zum einen ein Mehr an Sonnenstunden, aber auch die generelle Zunahme der Lufttemperatur. Diese wirkt sich auch auf die Länge der Vegetationsperiode aus: Treiben Pflanzen früher aus und sind länger aktiv, haben sie auch die Möglichkeit, mehr Wasser zu verdunsten.

In einer Studie für ganz Österreich haben Hydrologen außerdem nachweisen können, dass die leichte Niederschlagszunahme seit Mitte der 1970er Jahre die Abflussmengen in Österreichs Gewässern nicht ansteigen ließ. Vielmehr blieben sie stabil. Durch die höhere Verdunstung wurden die steigenden Niederschlagsmengen ausgeglichen.

Der Blick nach vorn

Wie wird sich unser Klima in Zukunft entwickeln und welche Möglichkeiten bieten sich, um zukünftige Veränderungen abzuschätzen? Es gilt als weitgehend gesichert, dass der Mensch durch seine Aktivitäten und technologischen Entwicklungen mittlerweile in vielfältiger Weise in das Klimasystem eingreift.

In diesem Zusammenhang steht...

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