Crispr/Cas

EU-Abgeordnete überwiegend für neue Züchtungstechniken

Mit der alten EU-Freisetzungsrichtlinie für die Gentechnik können die neuen Züchtungsmethoden kaum geregelt werden. Notwendig ist daher ein eigenes Gesetz für neue Zuchttechniken, finden EU-Politiker.

Das Europaparlament ist gegenüber neuen genomischen Verfahren (NGT) deutlich aufgeschlossener als gegenüber der traditionellen Gentechnik. Eine Mehrheit aus fast allen Fraktionen im Europaparlament sieht große Chancen für die Landwirtschaft durch NGT. Nur die Grünen sind dagegen.

Eine gezielte Kreuzung mithilfe der Genschere würde neue Sorten hervorbringen, die gegen Krankheiten resistent sind oder die Pflanzen beständiger gegen die Trockenheit machen, waren sich die meisten EU-Parlamentarier einig. Die Abgeordneten forderten deshalb ein eigenes Gesetz, um Verfahren wie CRISPR/Cas zu fördern.

Mit der 20 Jahre alten EU-Freisetzungsrichtlinie für die Gentechnik könnten die neuen Züchtungsmethoden allerdings kaum geregelt werden, erklärte Herbert Dorfmann von der Fraktion der Christdemokraten. Der Europaabgeordnete aus Südtirol warnte vor einer Abwanderung der forschenden Saatguthersteller, wenn die EU die Entwicklung von NGT weiterhin behindere.

Der italienische Sozialdemokrat Paolo De Castro ist überzeugt, dass sich in puncto Sicherheit die Genschere von der traditionellen Gentechnik unterscheidet. Wenn keine fremde DNA für die Entwicklung neuer Sorten verwendet wurde, seien sie so sicher wie auf traditionelle Weise gekreuzte Sorten, ist De Castro überzeugt. Deshalb sollten weniger mit Risiken belastete NGT bei der Zulassung anders behandelt werden als GVO.

Ein neues Gesetz müsse die notwendige Klarheit schaffen und der Forschung den notwendigen Spielraum für die neue Züchtungstechnik geben, forderte der Sozialdemokrat. Trotz gewünschter Vereinfachungen bei der Zulassung bestehen zahlreiche EU-Abgeordnete dennoch auf eine Kennzeichnung von Saatgut, Agrarerzeugnissen und Lebensmitteln, die mithilfe von NGT produziert wurden.

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