Aus dem Heft

2021 ist das Entscheidungsjahr bei Zuckerrüben

Der Rübenanbau steht unter Druck. Was sind die Gründe? Und gelingt mit dem „Pakt zur Rettung des heimischen Zuckers“ eine Trendumkehr? Wir fragten bei Landwirten und Interessenvertretern nach.

Zucker

Heuer werden die Rübenanbauflächen um 11 % auf 38.500 ha ausgeweitet. Den größten Zuwachs verzeichnet OÖ mit plus 30 %. (Bildquelle: agrarfoto.com)

In unserer Region ist der Zuckerrübenanbau bis 2020 um mehr als 50 % zurückgegangen“, beschreibt Manfred Zörnpfenning die Situation im Bezirk Gänserndorf. „In den besten Anbaujahren lag die Anbaufläche über 8.000 ha, im letzten Jahr gerade noch bei 3.000 ha“, erklärt der Obmann der BBK. Ganz ähnlich die Entwicklung im Bezirk Hollabrunn: „Bei uns ist der Anbau von etwa 4.000 auf nur mehr 1.800 ha im Jahr 2020 eingebrochen“, berichtet BBK-Obmann Friedrich Schechtner.

„Die Rübe zahlt alles“ ist vorbei

Österreichweit sank die Anbaufläche von deutlich über 45.000 ha im Jahr 2015 auf nur mehr 34.000 ha im vergangenen Jahr. Ein Hauptgrund dafür ist der Preiseinbruch bei uns seit Auslaufen der Zuckerrüben-Marktordnung im Jahr 2017. „Andere EU-Länder nutzten das Ende der Rübenquote dazu, um den Anbau massiv auszuweiten, wie z. B. Frankreich, Deutschland oder Polen“, erinnert sich Ernst Karpfinger, Präsident der Interessenvertretung „Die Rübenbauern“.

Unterm Strich wurden im Jahr 2017 EU-weit rund 260.000 ha mehr Rüben angebaut. Dieser rapide Anstieg ließ die Zuckervorräte in der EU überquillen. „Die Folge war, dass der Preis ins Bodenlose fiel“, ist Karpfinger heute noch sauer auf die Verursacher der Misere.

In nur etwas mehr als einem Jahr sackte der EU-Zuckermarktpreis ab Mitte 2017 von etwa 500 auf rund 300 € ab (siehe Übersicht). Zwar erholt er sich seither, da auch die Länder, die zuvor die Produktion...


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