Interview

Agrana-Chef: „Nährboden für bessere Rübenpreise ist gegeben“

Warum der Standort Leopoldsdorf (vorerst) gerettet werden konnte, heuer dennoch 2.000 ha Rüben aus der Slowakei importiert werden und weshalb er bessere Zeiten für die Rübenpreise sieht, darüber sprach Agrana-CEO Johann Marihart mit top agrar.

Marihart

Agrana-Chef Johann Marihart ist davon überzeugt, dass „wir mit unseren Dreijahres­verträgen den Landwirten die notwendige langfristige Perspektive geben“. (Bildquelle: Kainesdorfer)

Österreichs Rübenanbauflächen sind seit dem Quotenende 2017 deutlich gefallen. 2020 betrug die Anbaufläche nur mehr 34.000 ha. Da 8.000 ha davon Schädlingen und teilweise auch dem Wetter zum Opfer fielen, gab es effektiv nur 26.000 ha Rübenfläche. Die Agrana wollte deshalb das Werk in Leopoldsdorf schließen. Warum kam es dann doch nicht dazu?

Marihart: Sie haben recht, aufgrund des kontinuierlichen Rückgangs der Zuckerrüben-anbaufläche in den vergangenen Jahren in Österreich und wegen der wiederholten schlechten Auslastung der beiden Zuckerfabriken in Tulln und Leopoldsdorf wurde überlegt, die Rübenverarbeitung in ­Österreich mangels Rüben auf den Standort Tulln zu beschränken. Der unverhofft feuchte Sommer führte dann zu Rekordernteprognosen und die 2,1 Mio. t Rüben erforderten den Betrieb beider Fabriken.

Glauben Sie, dass Leopoldsdorf jetzt langfristig gesichert ist?

Marihart: Wesentliches Kriterium für zwei Zuckerfabriken in Österreich bleibt die ausreichende Rohstoffversorgung der beiden Standorte. Dafür ist eine Mindestanbaufläche von 38.000 ha in Österreich erforderlich, die wir für 2021 kontrahiert haben. Jetzt müssen wir schauen, dass sie auch zur Ernte kommen. Zudem ­haben wir 2020 Dreijahresverträge mit den Rübenbauern vereinbart, die bis zum Jahr 2022 laufen. Allerdings ­stehen diese Kontrakte unter dem ­Vorbehalt, dass in Österreich zwei Zucker­fabriken betrieben werden.

Wie hoch sind die Verarbeitungs­kapazitäten in den beiden Werken?

Marihart: An beiden Standorten haben wir eine Verarbeitungskapazität von durchschnittlich je 12 000 t täglich.

Wie hoch könnte die Kapazität in Tulln maximal sein, falls Leopoldsdorf doch noch geschlossen wird?

Marihart: Tulln allein kann ohne ­Kapazitätsmaßnahmen Rüben von ca. 25.000 ha verarbeiten. Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Kam­pagnendauer. Rund 40.000 ha Anbaufläche...


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