Agrana: Kritik wegen Erdäpfel aus Tschechien

Die Agrana weist Vorwürfe zurück, tschechische Lieferanten von Stärkekartoffeln zu bevorzugen. Diese hatte Gottfried Waldhäusl (NÖ LAbg., FPÖ) aufgestellt. Die Waldviertler Bauern blieben auf ihrer Kartoffelernte sitzen, kritisiert er.

Kartoffeln am Rodeband

(Bildquelle: )

In einer OTS-Aussendung hatte Gottfried Waldhäusl, FPÖ-Abgeordneter zum NÖ Landtag, gestern Behauptungen zur angeblichen Bevorzugung tschechischer gegenüber österreichischen Stärkekartoffellieferanten aufgestellt. Konkret behauptete Waldhäusl, dass „Gerüchten zufolge Agrana Lieferungen aus dem Ausland übervorteile“.

Agrana: Wegen Fäulnis sogar frühere Lieferung möglich"

„Die Behauptungen von LAbg. Waldhäusl sind in aller Deutlichkeit zurückzuweisen. Sie zeugen leider von Unkenntnis der Sachlage. Agrana hält ihre Verträge gegenüber allen landwirtschaftlichen Partnern ein. Es ist nichts Neues, dass wir sowohl mit österreichischen als auch mit tschechischen Kartoffelbauern Liefervereinbarungen haben. Agrana kontrahiert rund 15% der Stärkekartoffeln mit tschechischen Landwirten, weil im langjährigen Durchschnitt das Kontraktvolumen mit österreichischen Bauern für eine Vollauslastung der Stärkefabrik nicht ausreicht. Fakt ist, dass die Kartoffelbauern heuer aufgrund schwieriger Witterungsbedingungen vor besonderen Herausforderungen stehen, sowohl hinsichtlich der Lagerfähigkeit ihrer Ware als auch wegen einer größeren Fäulnisgefahr der Kartoffeln. Angesichts dieser außergewöhnlichen Situation bietet Agrana im heurigen Jahr allen Vertragslandwirten, die Fäulnis melden, einen früheren Zeitpunkt für die Lieferung in die Kartoffelstärkefabrik Gmünd an. In der auf Hochtouren laufenden Verarbeitung haben wir aktuell rund 46% der kontrahierten Kartoffeln im Werk Gmünd bereits übernommen. Für die Region Waldviertel beträgt dieser Wert sogar 50% und liegt damit höher als bei allen übrigen Liefergebieten“, stellt DI Josef Granner, Geschäftsführer der Agrana Stärke GmbH, fest.

Waldhäusl: ÖVP-Bauernvertreter schauen tatenlos zu"

Das sieht Waldhäusl anders. Vor dem Agrana-Werk in Gmünd ist die Hölle los. Hunderte Waldviertler Bauern rebellieren dort, weil ihre Kartoffeln dringend verarbeitet werden müssten, während die Agrana aber Kartoffellieferungen aus Tschechien den Vorrang gibt, so der freiheitliche Klubobmann Gottfried Waldhäusl. Die gesamte Ernte sei von witterungsbedingter Fäulnis bedroht, eine Zwischenlagerung bei den Bauern daher unmöglich. Anstatt sich mit ausländischen Lieferungen zu beschäftigen, wäre es ein Gebot der Stunde, ein Notprogramm zu starten, das sicherstellt, dass die geernteten Kartoffeln sofort vom Werk übernommen und verarbeitet werden, fordert der freiheitliche Mandatar.

"Anstatt unsere Bauern, die für ihre Ernte ohnehin immer weniger bekommen, zu unterstützen, erteilt man ausländischen Lieferungen den Vorrang und das unter den Augen der sogenannten Bauernvertreter der ÖVP, so Waldhäusl. Gerüchten zufolge soll die Agrana deshalb Lieferungen aus dem Ausland übervorteilen, weil sie Geschäftsbeziehungen zu Tschechien hält. Ungeachtet dessen hat sich die bäuerliche Industrie aber sofort hinter unsere Bauern zu stellen und alles zu unternehmen, diese vor noch größerem Schaden zu bewahren, fordert Waldhäusl.


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