Auer: „Nur 0,4 % aller Bienenschäden durch Beize“

Der Zusammenhang zwischen Beize und Bienentod sei zwar „signifikant – es sind aber nur sehr wenige Bienen an der Beize gestorben“, erklärt BB-Präsident Jakob Auer zu Darstellungen, wonach die Bauern alleinig für das Bienensterben verantwortlich gemacht werden. Laut Melissa-Studie seien 2011 bei 1.396 Bienenvölkern Verluste durch insektizidgebeiztes Saatgut aufgetreten. D.h., lediglich 0,38 % aller Bienenschäden lassen sich direkt auf Maisbeizungen zurückführen, so Auer.

Drillmaschine

Durch die Umsetzung bienenschonender Auflagen haben Saatgutwirtschaft und Landwirtschaft Riesenfortschritte beim Bienenschutz erzielt“, so Auer. (Bildquelle: )

Insgesamt 367.000 Bienenvölker schwärmen durch Österreich, ihre hochgerechnete ökonomische Bestäubungsleistung für die Landwirtschaft liegt allein in Österreich bei 312 Millionen Euro (pro Volk etwa 850 Euro), weltweit geht man von bis zu 100 Milliarden Euro aus, berichtet der Bauernbund weiter.  „Die Biene ist das drittwichtigste Nutztier für die Landwirtschaft, von ihrer Bestäubung hängen 80 % der Nutzpflanzen ab. Egal ob Obst-, Acker oder Viehbauer – die Bauern haben ein natürliches Interesse an gesunden Bienenvölkern“, erklärte der Präsident zur jüngsten Global 2000 Kampagne, wonach Pflanzenschutzmittel der Landwirtschaft mit Bienenschäden in Verbindung gebracht werden. Die Darstellungen, wonach die Bauern alleinig für das Bienensterben verantwortlich gemacht werden, sind nicht nur grob verzerrend, sondern schlicht unrichtig“, stellt Auer fest.

Nicht von ungefähr stellt die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit AGES, die die Studie durchgeführt hat, der Landwirtschaft auch ein gutes Zeugnis aus. Demnach sei „die Reduktion der Bienenverluste signifikant“. Sehr groß hingegen ist der Zusammenhang zwischen der so genannten Varroa-Milbe und dem Bienensterben. Allein in Dänemark, wo kein Mais angebaut wird und keinerlei Beizmittel zum Einsatz kommen, haben die Imker im vergangenen Winter 35 % ihrer Bienenvölker verloren. Großes Bienensterben gab es auch in Deutschland, obwohl Maisbeizungen dort ausgesetzt sind.
 
Riesenfortschritte dank „Melissa“
 
In Österreich hat sich die Menge an Beizmittel bereits mehr als halbiert. Seit 2012 gilt eine verpflichtende Fruchtfolge, die auch den Hauptschädling, den Maiswurzelbohrer, am effizientesten bekämpft. Beim Kürbis wird sogar gänzlich auf Beizmittel verzichtet. „Dank der ‚Melissa’-Studie und der Umsetzung bienenschonender Auflagen haben Saatgutwirtschaft und Landwirtschaft Riesenfortschritte beim Bienenschutz erzielt“, hielt Auer fest.

Wo der Maiswurzelbohrer hartnäckig auftritt, kommt gerade die kleinstrukturierte Landwirtschaft um Pflanzenschutzmittel leider nicht herum. „Wer aber sorgsam die verbesserten bienenschonenden Auflagen beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln einhält, läuft kaum noch Gefahr den Bienenvölkern Schaden zuzufügen. Bleiben wir in dieser Diskussion also bei den Tatsachen, eine verzerrte Zuspitzung hilft niemandem weiter“, ruft Auer zu einer fairen Diskussion auf.


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