BASF: Stopp für Gentechnik in Europa

BASF gibt seine Aktivitäten im Bereich der Pflanzenbiotechnologie - dazu zählt auch die grüne Gentechnik - in Europa auf. Der Konzern will diese in den Wachstumsmärkten von Nord- und Südamerika sowie Asien konzentrieren. Die Unternehmenszentrale der BASF Plant Science wird deshalb vom deutschen Limburgerhof in den US-Bundesstaat North Carolina nach Raleigh verlegt.

"Wir sind davon überzeugt, dass die Pflanzenbiotechnologie eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts ist. Andererseits fehlt in weiten Teilen Europas immer noch die entsprechende Akzeptanz bei der Mehrheit der Verbraucher, Landwirten und Politikern. Daher ist es aus unternehmerischer Sicht nicht sinnvoll, in Produkte, die für die Vermarktung ausschließlich in diesem Markt vorgesehen sind, weiter zu investieren , sagte BASF-Vorstandsmitglied Stefan Marcinowski. Die Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung werden im Wesentlichen an den Standorten Raleigh, Gent in Belgien und Berlin gebündelt. Metanomics in Berlin und CropDesign in Gent sollen zudem ausgebaut werden. Die Entwicklung und Vermarktung aller Produkte, die ausschließlich auf den europäischen Markt ausgerichtet sind, werden allerdings gestoppt. Dies betrifft die gentechnisch veränderten Stärkekartoffeln (Amflora, Amadea und Modena), die gegen Kraut- und Knollenfäule resistente Kartoffel Fortuna, eine gegen Kraut- und Knollenfäule widerstandsfähige Stärkekartoffel und eine Weizensorte, die nicht anfällig gegen Pilzbefall ist. Um alle Optionen für die Kartoffelprodukte zu erhalten, werden die bereits eingeleiteten Zulassungsprozesse jedoch weitergeführt.

Neue Standortstrategie

BASF plant 140 Stellen in Europa abzubauen. Derzeit arbeiten 157 Mitarbeiter für den Unternehmensbereich Plant Science in Limburgerhof, wovon elf Stellen erhalten bleiben sollen. Zudem erwägt das Unternehmen, seine Standorte in Gatersleben/Deutschland, mit zurzeit 57 Mitarbeitern, und Svalöv/Schweden, mit seiner sechsköpfigen Belegschaft, zu schließen. Insgesamt sollen 123 Positionen von Limburgerhof und Gatersleben an andere Standorte der BASF Plant Science, hauptsächlich nach Raleigh, transferiert werden. BASF strebt an, den betroffenen Mitarbeitern soweit möglich Stellen innerhalb der BASF-Gruppe anzubieten. Die Stärkekartoffel Amflora war 2010 nach einem 13-jährigen Verfahren für die Produktion von Industrie-Stärke von der EU-Kommission zugelassen worden. 2011 wurde die Sorte - wegen starker Proteste - in Deutschland und Schweden auf ganzen zwei Hektar angebaut. Zum Vergleich: Ein Genehmigungsverfahren in Brasilien ist laut Dow Jones News jüngst in nur 18 Monaten abgeschlossen worden. -AIZ-


Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen