Erneut Bienenverluste: IG Pflanzenschutz fordert Aufklärung

Nach Verlusten dutzender Bienenvölker im burgenländischen Deutsch Jahrndorf macht ein Bio-Imker Pflanzenschutzmittel verantwortlich für seinen Schaden über mehrere tausend Euro. Die IG Pflanzenschutz fordert eine genaue und unabhängige Untersuchung der Hintergründe.

(Bildquelle: )

Der Imker hatte Medienberichten zufolge 60 Bienenvölker verloren. Der entstandene Schaden belaufe sich auf 10.000 €. Die Hauptschuld für seine Bienenverluste gibt er den Neonicotinoiden. Seine Aussagen zweifelt die Industriegruppe Pflanzenschutz jedoch an. Denn die Abbauzeit von Neonicotinoiden im Boden betrage 30 bis 50 Tage und nicht zwei bis drei Jahre, geben Christian Stockmar und Martin Schöpfer, Vorstände der IG Pflanzenschutz, zu bedenken. Vom Imker besagte Rückstände der Neonicotinoide in der Folgefrucht haben laut den beiden Vorständen ebenfalls keine Bedeutung für die Bienen.

Jeder Verlust an Bienen werde sehr ernst genommen, doch verwehrt man sich gegen pauschale Verdächtigungen gegen Pflanzenschutzmittel. Weitere Ursachen, wie etwa die Varroamilbe oder die Amerikanische Faulbrut, müssen als Ursache abgeklärt werden, betonen die beiden Vorstände. Mit der genauen Aufklärung des Falles will man sich gegen unsachliche Anschuldigungen wehren.

"Pflanzenschutzmittel wirken wie schlechtes Wetter"

Die Vorstände der IG Pflanzenschutz halten fest, dass moderne Pestizide für die Bienen ungefährlich sind, wenn diese gemäß ihrer gesetzlich festgesetzten Zulassung eingesetzt werden." Studien im Auftrag der EU hätten zudem nachgewiesen, dass Schädlingsbefall durch die Varroamilbe und Krankheiten wie die Amerikanische Faulbrut die Hauptursache für die Bienenverluste seien. Pflanzenschutzmittel haben diesen Studien zufolge dieselben Auswirkungen wie schlechtes Wetter.

Bevor es zu Vorverurteilungen kommt, müssen die aktuellen Ausfälle in Deutsch Jahrndorf genauestens unter die Lupe genommen werden, damit die Bienengesundheit wieder in den Vordergrund gerückt werde, so Schöpfer und Stockmar abschließend.

Artikel geschrieben von

Sylvia Haury

Redaktions- und Vertriebsassistentin

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